Der Larvenkult in Österreich: Klaubauf

Wir werden auch immer wieder von Gästen aus Österreich beehrt und deswegen wollen wir diese Woche ein Auge auf einen wahrlich schaurigen Brauch in Österreich legen: Den Brauch des Klaubauf.

Was ist ein Klaubauf?

In vielen Gemeinden in Osttirol zieht am Vorabend des Nikolaustags (6. Dezember) der Heilige Nikolaus durch die Straßen. Er hat dabei stets seine bösen Begleiter bei sich. Der Name dieser Begleiter ist regional unterschiedlich: Krampus, Kramperl, Spitzbartl oder Klaubauf sind die bekanntesten. Die Bezeichnung „Klaubauf“ war noch im 19. Jahrhundert in weiten Teilen Süddeutschlands und Österreichs üblich. Heute findet sich die Bezeichnung fast ausschließlich in Osttirol, sowie teilweise in Oberkärnten und im Vinschgau (Südtirol).

Ein Klaubauf trägt ein weises, schwarzes oder braunes Fell, eine grob geschnitzten Holzmaske, die „Larve“ genannt wird oder eine grob wirkende Larve aus Aluminium. Auf seinen Rücken finden sich mehrere größere Glocken.

Klaubaufmuseum 2016

Die Masken und Kostüme der Klaubaufläufer – – Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Seit wann gibt es die Klaubaufläufe?

Die Gemeinde Matrei in Osttirol ist Hauptort des Brauchs. Am Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich hier der Brauch in die heute typische Erscheinungsform gewandelt. Vermummten sich früher die Maskierten üblicherweise mit Fellen bzw. Stoffen mit ausgeschnittenen Augenpartien, so verbreiteten sich ab den 20er Jahren große, grob geschnitzte Holzlarven.

Erste Belege für das Klaubaufgehen in Matrei finden sich erst relativ spät. 1736 bzw. 1744 berichtet ein Beauftragter des Bischofs von Salzburg, daß sich in Matrei „die Unsitte Platz gegriffen [hätte], daß man die Faschingstage auf die Feiertage vor Weihnachten, Neujahr und Heilig Dreikönig verlege, wo man mit Narrengewändern oder sonst schamlosen Kleidern in alle Häuser eindrang, ganze Scharen von Knaben und Mädchen mit sich fortriß und überall sich übermäßigen Fraß hingab“.

Heute erfreut sich der Brauch einer ungeahnten Beliebtheit. Im Matrei beteiligen sich ungefähr 200 Personen am Klaubaufgehen. In einigen Gemeinden wurde der Brauch sogar neu eingeführt (Oberdrauburg, Oberkärnten).

Den Brauch gibt es in ähnlicher Form auch in Süddeutschland. Dort nennen sich die Begleiter Krampusse. Jedes Jahr gibt es beispielsweise einen Krampuslauf durch München.

Kostüm für den Klaubauflauf - Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Kostüm für den Klaubauflauf – Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Schwere Holzmaske für den Klaubauflauf - Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Schwere Holzmaske für den Klaubauflauf – Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Nicht ganz ungefährlich

Der Klaubauf ist der böse Begleiter des Heiligen Nikolaus und zeigt sich deshalb besonders von seiner grausamen Seite. So treten auch die Personen in ihren Klaubaufmasken auf. Sie springen wütend dem Heiligen Nikolaus hinterher und erschrecken die Zuschauer. Dabei kam es bereits zu Schlägereien zwischen den Zuschauern und den maskierten Männern. Die kleinezeitung.at berichtete 2014, dass dieser Brauch bis zu 100 Opfer im Jahr findet. Manchmal kann eine Auseinandersetzung mit einem Klaubauf auf Seiten der Zuschauer mit Knochenbrüchen enden.

Mehrere Masken für den Klaubauflauf - Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Mehrere Masken für den Klaubauflauf – Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Quellen: