Schlagwort-Archive: Werwolf

Vom Mensch zum Werwolf mit dem Blauen Eisenhut?

Der Blaue Eisenhut ist die giftigste Pflanze Europas. Alle Teile des Blauen Eisenhutes sind stark giftig. Schon 2 g der Wurzel können zum Tod führen. Aufgrund seiner giftigen, ja gar tödlichen Wirkung hat der Blaue Eisenhut verschiedene Namen. So wird er unter anderem auch als Giftblume, Hundstod, Teufelswurz, blaue Wolfswurz, Würgling, oder Ziegentod bezeichnet. Es wird sehr davor gewarnt, mit dem Eisenhut in Berührung zu kommen.

Der Blaue Eisenhut – Die giftigste Pflanze Europas

Vorkommen in Deutschland

Der Blaue Eisenhut bevorzugt kühle und feuchte, nährstoffreiche, auch kalkhaltige Lehm- und Tonböden und helle bis halbschattige Standorte. Die Wildform kommt an Bachufern, auf feuchten Wiesen und an lichten Stellen in Auwäldern vor. Natürliches Hauptverbreitungsgebiet sind die europäischen Gebirge und die höheren Lagen der Mittelgebirge. Vereinzelt ist er auch im Tiefland anzutreffen.

Hexensalben und Giftmorde

Angeblich soll der Eisenhut ein Bestandteil von „Hexensalben“ im Mittelalter gewesen sein. Wenn sich nun Menschen mit einer Blauen Eisenhut versetzten Salbe einrieben, so wirkte das Gift direkt auf das Zentralnervensystem. Es bescherrte dem Benutzer sogleich Halluzinationen. Schon in der Antike war das tödliche Gift des Blauen Eisenhutes sehr bekannt. Die getrockneten und gepulverten Eisenhutwurzelknollen oder ein daraus hergestelltes Extrakt wurden zum Vergiften benutzt. Um zu morden wurde das Pulver mit Essen oder Getränken verabreicht. Eine andere Möglichkeit war es, das Pulver auf das Kopfkissen zu streuen oder Handschuhe in Extrakt zu tauchen.

Verwandlung in einen Werwolf?

Beim Kontakt mit dem Blauen Eisenhut fühlen sich die Körperstellen taub an, die mit der Pflanze in Berührung gekommen sind. Bei einer Einnahme kommt es auch zu Kälteempfindlichkeit, Übelkeit, nervöser Erregung, Herzrhythmusstörungen und Krämpfen sowie in schweren Fällen Lähmungen und Kreislauflähmung bis hin zum Tod. Wenn man sich nun jemand mit der „Hexensalbe“ im Mittelalter einrieb, hat das Gift die Nerven der Haut empfindungslos gemacht. Man verliert sein Körpergefühl. Anschließend lähmt es die eingeriebenen Körperstellen. Dieser Effekt kann durchaus ein Gefühl entstehen lassen, als wüchse einem ein Fell. Verletzungen, welche man sich im Rausch zuzieht, werden nicht mehr wahrgenommen. Durch die Lähmung der Körperteile und den erlebten Rausch, soll das Gefühl entstanden sein, sich in eine Katze, einen Hund oder sogar einen Werwolf zu verwandeln. Nicht selten war es damals also der Fall, dass man in der vermeintlichen Gestalt eines Hundes, einer Katze oder eben eines Werwolfes ein Stück Vieh umbrachte oder einen Menschen tötete, ohne danach etwas davon zu wissen.

Quellen:

Der Werwolf von Bedburg

Bedburg ist eine Stadt im Rheinland in Nordrhein-Westfalen mit heutzutage rund 25.000 Einwohnern. Am 31. Oktober 1589 wurde dort der Bauer Peter Stump, auch Stüpp oder Stuppe-Peter genannt, hingerichtet. Der Henker räderte ihn. Danach wurde er enthauptet und sein Leichnam verbrannt. Über 4.000 Menschen waren als Zuschauer bei der Hinrichtung dabei. Was hatte Peter Stump verbrochen, damit ihn solch arge Strafe ereilte?

Alles begann mit Gerüchten

Zunächst wird hinter Peter Stumps Rücken gesprochen. Er soll eine mysteriöse Krankheit haben, welche sogar noch schlimmer wird, nachdem seine Frau gestorben ist. Außerdem habe Stump auf seinem Hof in Epprath, unweit von Bedburg, einen übergroßen Wolfspelz. Damals gilt der Wolf als dämonisch und teuflisch. Stump holt seine nahe Verwandte Katharina Stump auf den Hof. Die Gerüchteküche im Dorf brodelt. Und es wird noch schlimmer, als Stumps Tochter Sybilla schwanger wird. Die Dorfgemeinschaft spricht nun von Inzest: Stump muss seine Tochter geschwängert haben! Immer wieder wird von Hexerei und Zauberei in Zusammenhang mit Stump gesprochen.

Seltsame Vorfälle in der Gegend

Im Laufe von 25 Jahren verschwinden Menschen und Morde geschehen in der Gegend. Mehrere Kinder sterben. Auch Peter Stumps Sohn wird ermordet. Schnell ist die Rede von einem Werwolf der sein Unwesen in und um Bedburg treibt. Stump ist zu diesem Zeitpunkt bereits ein Außenseiter.

Peter Stump der Werwolf

Stump wird schließlich nachgesagt vom Teufel persönlich einen Werwolfsgürtel erhalten zu haben – womit er sich jederzeit in einen Werwolf verwandeln konnte. Als Werwolf soll er so innerhalb der 25 Jahre mehrere Kinder getötet und teilweise gegessen haben. In der Gegend wurde auch öfter ein übergroßer Wolf gesehen, dem eine Pfote im Kampf abgehakt wurde. Als die Dorfbewohner schließlich auf Stumps Hof kamen, soll ihm eine Hand gefehlt haben.

Die Verurteilung

Am 28. Oktober 1589 wird Stump in Bedburg als Werwolf verurteilt. Ihm wird vorgeworfen in einem Zeitraum von 25 Jahren in der Gestalt eines Werwolfes mindestens 16 Menschen ermordet zu haben. Außerdem soll er Frauen in der Gegend vergewaltigt und Inzest betrieben haben. Des Weiteren wurden ihm Zauberei und das Zusammenleben mit einer „Teufelin“ vorgeworfen. Stump wird schließlich gefoltert. Unter Folter gesteht er alle Vorwürfe und wird hingerichtet.

Die Darstellung von Lukas Mayer (1589) zeigt Stumps Werdegang. Ganz links ist er als Werwolf zu sehen. Danach wird der Ablauf seiner Hinrichtung gezeigt.

Wollt ihr noch mehr über den Werwolf wissen?

Dann legen wir euch folgenden Podcast ans Herz:

Hoaxilla #113 – ‚Der Werwolf von Bedburg‘

Quellen:

Der Werwolf aus Ansbach

1685. In Ansbach, einem kleinen Ort in Bayern, herrscht Angst und Schrecken. Ein Wolf hat innerhalb kürzester Zeit zwei oder drei Kinder angefallen und getötet. Einige Ansbacher glaubten, dass dieser Wolf vom Teufel besessen sei und dass deshalb der längst verstorbene und betrügerische Mitbürger namens Michael Leicht sich in der Nacht in diesen verwandelt und mit einem weißen Tuch bekleidet umherschleicht. Es wurde erzählt, Michael Leicht sei bei seiner eigenen Beerdigung als Zuschauer aufgetaucht.
Die Bürger stellten dem Wolf eine Falle, so dass dieser bei der Verfolgung eines Huhns  in eine Grube fiel, wo er von den Bürgern getötet wurde. Sein lebloser Körper wurde schließlich an einem Galgen am Nürnberger Berg in der Nähe von Ansbach öffentlich zur Schau gestellt. Da die Bürger annahmen, das Unwesen sei der verwandelte Michael Leicht, wurde der Kadaver zunächst gehäutet und danach mit einer menschlichen Maske, einer Perücke und einem Umhang versehen.

Das erste und zweite Bild sind zeitgenössische Flugblätter. Das erste Flugblatt stellt Michael Leicht dar, wie er als Wolf seine Wohnung besucht.

Quellen:

Ein menschenfressender Werwolf in Kursachsen? Was verbirgt sich hinter diesem mysteriösen Holzschnitt?

Was verbirgt sich hinter diesem Bild? Bei unseren Recherchen auf der Suche nach neuen Gruselfakten sind wir auf diesen 1512 entstandenen Holzschnitt von Lucas Cranach dem Älteren gestoßen. Es trägt den simplen wie auch eindeutigen Namen „Werwolf“. Die beiden Wappen oben links im Bild weisen auf das Kurfürstentum Sachsen hin, welches damals existierte. Das rechte Wappen ist heutzutage immer noch Sachsens Wappen. Der Maler Lucas Cranach der Ältere (1472-1553) ist eher für seine kirchlichen Bilder bekannt. So malte er vor allem  Adam und Eva im Paradies oder auch Martin Luther. Dieser Holzschnitt fällt also aus der Reihe. Wieso stellte er einen menschenfressenden Werwolf in Kursachsen dar? Welche Geschichte verbirgt sich dahinter? Trotz langer Recherche kennen wir den Hintergrund noch nicht… Kennt ihr ihn? Könnt ihr uns weiterhelfen? Können wir zusammen das Geheimnis um den mysteriösen Holzschnitt lösen?

Quellen:

 

 

Das neue Jahr fängt ja gut an
Dämonen sind bereits im Anmarsch!

Liebe Gruseltour-Leipzig-Freunde!
Wir wünschen euch allen ein frohes neues Jahr 2015! Damit ihr das neue Jahr gleich gruselig beginnen könnt: Die Tage zwischen Weihnachten und dem 6. Januar eignen sich sehr zur Geisteraustreibung oder dessen Beschwörung, wie auch zum Kontakt mit den Tieren oder zu wahrsagerischen Praktiken. Seit der frühen Neuzeit werden diesen zwölf Nächten, den Rauhnächten, besondere Bedeutung zugemessen. Zur Mitte der zwölf Tage, an Silvester, beginnt die sogenannte „Wilde Jagd“. In dieser Zeit stehe das Geiseterreich offen. Die Seelen der Verstorbenen haben Ausgang und Dämonen können mit der „Wilden Jagd“ umherziehen. Bis in jüngere Zeit war der Glaube verbreitet, dass sich Personen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, in dieser Zeit in Werwölfe verwandeln. Um all das Unwesen zu verteiben und fernzuhalten, erzeugte man zu Silvester Lärm, heutzutage ist es das Silvesterfeuerwerk. Die Rauhnächte sollen sich auch zur Befragung von Orakeln eignen. So macht ein machner noch heute Bleigießen am Silvesterabend. Tiere im Stall sollen in den Rauhnächten manchmal die menschliche Sprache sprechen. Noch im 19. Jahrhundert hielten an diesen besagten Tagen um Mitternacht unverheirate Frauen an einem Kreuzweg Ausschau, um ihren zukünftigen Bräutigam zu sehen. Seine Gestalt sollte ihr erscheinen und schweigend vorübergehen. Das Mädchen dürfte die Gestalt aber nicht ansprechen oder ihr nachsehen, weil sie dann den Tod zu erwarten hatte. Die Rauhnächte waren daher eine Chance, um in die Zukunft zu blicken, galten jedoch auch mancherorts als gefährlich. So wurde viel gefastet und gebetet. Auch durften keine Wäscheleinen aufgespannt werden, da sich die Wilde Jagd darin verfangen konnte, anstatt einfach vorbeizuziehen. Frauen und Kinder sollten nach der Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein.
Also passt auf euch auf!
Als Zeichnung ist ein Blatt aus dem Zyklus „Rauhnacht“ von Alfred Kubin zusehen (1925). Es zeigt die „Wilde Jagd“.