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Salz – Der Stoff aus dem der Aberglaube ist

Woher kommt es, dass so viele Aberglauben mit Salz zu tun haben? Wir gehen heute dem Aberglaube um das Salz auf den Grund.

„Salt“  Foto von furtwangl auf Flickr (CC BY 2.0)

Warum gerade Salz?

Salz wird auch als „Weißes Gold“ bezeichnet. Auch wenn es Salz heute sehr günstig zu kaufen gibt, war dies nicht immer so. Einst war Salz sehr teuer. Wer in dessen Besitz war, war reich und hatte Macht.

Sogar in der Bibel gibt es verschiedene Passagen, in denen dem Salz eine wichtige Rolle beigemessen wird. So heißt es beispielsweise im Evangelium nach Matthäus 5,13:

Vom Salz der Erde und vom Licht der Welt
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. […]

Auch laut Paracelsus (vermutlich geb. 1493  gest. 24. September 1541 in Salzburg damals berühmter Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker und Philosoph) machten den menschlichen Körper drei Grundsubstanzen aus: Schwefel (Sulphur), Quecksilber (Merkurius) und Salz (Sal). Krankheiten konnten laut Paracelsus nur geheilt werden, wenn das Gleichgewicht dieser drei Substanzen wieder hergestellt ist.

So liegt es nicht fern, dass dem Salz darüber hinaus über die Jahrhunderte viele mystische Eigenschaften zugesprochen wurden.

Den Teufel vertreiben

Aufgrund seiner heilenden und konservierenden Wirkung sprach man dem Salz im Mittelalter die Kraft zu, Dämonen oder den Teufel zu vertreiben. Es galt als Schutzsymbol und sicherte Glück und Reichtum. Salz unvorsichtigerweise zu verschütten brachte Unglück. Dieses konnte man aber bannen, indem man etwas des verschütteten Salzes über die linke Schulter warf. Das vertrieb den Teufel, der erschienen war, um den Menschen etwas Böses einzuflüstern.

Sobald der Mensch feststellte, dass diese Nahrungsmittel die Gesundheit erhalten und fördern, schrieb er ihnen heilende Kräfte zu. Weil Salz und Brot das Böse bannen sollte, streute oder legte man es überall dorthin, wo der Teufel Einfluss nehmen könnte. Im Stall hing man Brot und Salz gegen Hexen auf. Man bot es dem Gast an, brachte es selbst zum Besuch mit oder steckte es der Braut in die Schuhe.

Als Geschenk beim Einzug

Noch heute kennen viele Menschen den Brauch, Salz und Brot beim Einzug zu verschenken. Das Salz als Mitbringsel soll einen Mangel an Lebensmittel in dem Haus verhindern. Beides zusammen steht für künftiges Glück und Segen im neuen Heim. Früher wurden beide Lebensmittel außerdem mit Wohlergehen, Sesshaftigkeit und Gemeinschaft in Verbindung gebracht. Germanische Volksstämme sahen in Brot und Salz kostbare Geschenke der Natur. Die kraftspendende Wirkung und die Abwehr des Bösen sind dabei nicht voneinander zu trennen. Brot und Salz sollten außerdem vor Drachen und Hexen schützen. Die Hexe sei Feindin des Brotes und habe keine Macht darüber, besonders wenn es mit dem Kreuz gezeichnet ist.

Dass sich christlicher Glaube und uraltes Gut zum Teil überlagert haben, zeigt sich in der Tradition, dem Täufling Brot und Salz vor der Taufe zu geben, um ihn vor Dämonen zu schützen. Aber nicht nur zu Beginn des Lebens, auch über den Tod hinaus wird Salz Wunderkraft zugesprochen. So gibt man es mancherorts auch heute noch den Toten als Grabbeigabe mit.

„Salts“ Shop in Portland – Foto von fredo auf Flickr (CC BY-ND 2.0)

Der verliebte Koch

Ein versalzenes Essen, soll bedeuten, dass der Koch oder die Köchin verliebt ist.

Der Grund für diesen Aberglauben findet sich in der Antike. Salz wurde als Rohstoff für ein Aphrodisiakum benutzt. Die Griechen glaubten, dass zu wenig Salz die männliche Potenz beeinträchtige. Verliebte zielten also darauf ab, durch viel Salz im Essen die sexuelle Lust zu steigern.

Quellen:

Ein Schweineknochen als Reliquie in Lüneburg

Die Hansestadt Lüneburg ist eine Stadt in Niedersachsen. Sie liegt ungefähr 50 Kilometer südöstlich von Hamburg am Rande der Lüneburger Heide. Die erste Erwähnung Lüneburgs im Mittelalter findet sich in einer Urkunde vom 13. August 956.

Seltsame Reliquie im Lüneburger Rathaus

Im Lüneburger Rathaus können Gäste eine gar merkwürdige Reliquie bewundern. In der Alten Kanzlei unter der Decke hängt ein Schweineknochen in einem Glaskasten.

Foto von https://www.lueneburger-heide.de/stadt/artikel/6691/lueneburg-rathaus-schwein.html

Foto von: https://www.lueneburger-heide.de/stadt/artikel/6691/lueneburg-rathaus-schwein.html

In der Sage von Lüneburg wird erklärt, wie es zu diesem besonderen Ausstellungsstück kam.

Vor über 1000 Jahren sollen Jäger durch die Lüneburger Heide gezogen sein. Sie folgten einem Wildschwein. Die Gegend war sumpfig, aber die Jäger erlegten das Tier. Als sie die Beute untersuchten, sahen sie, dass das Fell des Wildschweines mit weißen Körnchen bedeckt war. Mit Erstaunen bemerkten die Jäger, dass es sich dabei um Salz handelte. Salz war zur damaligen Zeit ein kostbares Gut. Die Jäger beobachteten daraufhin, an welchen Stellen sich die anderen Wildschweine wälzten. Bald fanden sie die Stelle, in der sich auch die erlegte Wildsau gesuhlt hatte: Ein Tümpel, der kein gewöhnliches Wasser enthielt, sondern mit Salz gefüllt war.

Nach sehr vielen Jahren ist aus dieser Entdeckung das Lüneburger Salzwerk entstanden, dem die Stadt über lange Zeit großen Wohlstand verdankte.
Aus Dank hangen die Lüneburger Bürger ein Knochen des erlegten Wildschweines, welches heute nur noch Salzsau genannt wird, in ihr Rathaus.

Quellen: