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Caroline, ihre Prothesen und ein Mord

Über Caroline Eichler ist nicht viel bekannt. Sie wurde im Jahr 1808 oder 1809 vermutlich in Nordhausen oder Berlin geboren. Welche Schulbildung sie genossen hat ist ebenfalls unbekannt. Sie arbeitete einige Zeit als Krankenpflegerin. Während dieser Arbeit habe sie vermutlich die ersten Ideen für ihre spätere Erfindung gehabt, die sie berühmt machte, ihr aber auch ein kurzes Leben bescherte.

Caroline Eichler – Porträt von Johann Georg Weinhold

Caroline Eichlers Patent

Caroline Eichler konstruierte 1832 eine Beinprothese mit Kniegelenk, für die sie am 23. November 1833 als erste Frau in Preußen ein Patent erhielt – mit nur 25 Jahren. Weitere Patente erhielt sie für das Russische Reich und am 13. Januar 1835 auch für das Königreich Bayern. Der Leiter der Chirurgie an der Berliner Charité, berichtete vom erfolgreichen Einsatz der Eichlerschen Fussprothese bei einem seiner Patienten und lobte die Konstruktion ausdrücklich. Ihre Prothese war die erste ihrer Art, die ein bewegliches Knie hatte. Sie war im Vergleich zu ihren Vorgängern recht bequem. Außerdem musste der Amputierte die Prothese nicht stets mit einer Schnur ziehen und bewegen, was davor üblich war. Bei der Benutzung der Eichler Prothesen waren auch keine weiteren Hilfskrücken notwendig und ein freihändiges Laufen, sogar Treppensteigen, war möglich. Bald folgte der Beinprothese eine ausgereifte Handprothese.

Eichlers Beinprothese

Eichlers Handprothese

Eine kluge Frau mit einem zu kurzem Leben

Eichler konnte schließlich gut von ihrer Arbeit leben. Sie arbeitet als Verfertigerin künstlicher Füße und Hände in Berlin. Da sie nicht dem gängigen Frauenbild jener Zeit entsprach, galt sie als unweiblich. Dennoch heiratete sie am 30. Oktober 1837 den sieben Jahre jüngeren Mechaniker Carl Friedrich Eduard Krause aus Bielefeld, von dem sie sich später wieder scheiden ließ. Ein Rosenkrieg brach aus. Nach der Scheidung habe er immer wieder Geld von ihr erpresst und dabei sei es schließlich zum Streit gekommen. Am 6. September 1843 wurde sie von Krause in ihrer Wohnung mit einer zugespitzten Feile ermordet.

Quellen:

Anna und ihr leeres Grab

Wir schildern euch heute die schreckliche und tragische Lebensgeschichte von Anna Spreckels. Über Annas Geburt ist nicht viel bekannt. Sie wurde wahrscheinlich am 24. November 1808 (nach manchen Angaben auch 1809) im niedersächsischen Blumenthal geboren. Ihr Tod ist dagegen in tiefer Erinnerung der Gemeinde geblieben.

2008 erschien ein historischer Roman über die Lebensgeschichte von Anna

Annas kurzes Leben – geprägt von Schlägen und Mord

Anna und Claus Meyer sind ein junges Liebespaar. Sie wollen heiraten, aber Claus wird zum Militärdienst eingezogen. Annas Mutter und Annas Vormund arrangieren eine neue Ehe für die damals 24-Jährige. Sie soll den Vater von Claus heiraten. Er heißt Cord Meyer und ist 31 Jahre älter als Anna. Die verwitwete Mutter von Anna ist zu diesem Zeitpunkt bereits sehr krank und sie hofft auf einen gesicherten Lebensabend auf dem Hof des neuen Schwiegersohnes Cord.

Natürlich ist Anna keine glückliche Braut. Es stellt sich auch heraus, dass Cord Meyer sadistisch veranlagt ist und schon etliche Verbrechen begangen hat. Er geht mit Härte gegen seine junge Ehefrau vor, da sie sich ihm verweigert. Demütigungen und Schläge bekommt Anna fast täglich zu spüren. Auch soll er Annas Mutter misshandeln. Bald kehrt Claus vom Militär zurück und sieht seine Geliebte mit seinem Vater. Auch Claus leidet unter den Anfeindungen und Schlägen seines Vaters.

Claus und Anna beschließen Cord Meyer umzubringen, um aus der heimischen Hölle zu entfliehen. Anna ist zusätzlich auch noch von Claus schwanger. Sie und ihr ungeborenes Kind sind nun akut bedroht – nicht nur durch die ständigen Misshandlungen. Der Alte will seine Frau anzeigen und seinem Sohn die in Aussicht stehenden Hofübernahme verweigern. Auf „blutschänderischen“ Umgang und unehelichen Beischlaf steht Gefängnis. Anna versucht ihren Ehemann zu vergiften, aber es gelingt nicht. Am 11. März 1833 schafften sie es aber, ihren Peiniger los zu werden. Claus und Anna erdrosseln ihn.

Die Verhaftung des Liebespaares

Die Mörder von Cord Meyer sind schnell gefasst. Für die schwangere Anna und Claus beginnt nun ein Martyrium in einem Kerker in Himmelpforten. Vor allem Anna wird als „liederliche Schlampe mit dem Hang zum männlichen Geschlecht“ und „sündhaften Begierden“ von den Anklägern in den Akten dargestellt. Beiden wird unter anderem Verwandtenmord vorgeworfen. Nach fünf Monaten im Kerker erhalten sie ihr Urteil:

In Untersuchungssachen des öffentlichen Anklägers wider der verwitweten Anna Sophie Meyer, geb. Spreckels, aus Blumenthal, Kriminalamt Himmelpforten. Angeklagt wegen Verwandtenmordes, Ehebruchs und versuchter Vergiftung, wurd von uns, Wilhelm, dem Vierten, von Gottes Gnaden, König des vereinigten Reichs Großbritannien und Irland, auch König von Hannover, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, nach den ergangenen Akten für Recht erkannt: Das die Angeklagte, weil sie geständig und rechtlich überführt zu halten ist, gemeinschaftlich mit ihrem Stiefsohn, dem Mitangeklagten Claus Friedrich Meyer ihren Ehegatten Cord Meyer in der Nacht vom 11. auf den 12. März 1833 vorsätzlich und mit Überlegung getötet, außerdem nebst ihren genannten Stiefsohn das Verbrechen der versuchten Vergiftung des Cord Meyer wie auch des Ehebruchs und der Blutschande sich schuldig gemacht zu haben, sich selbst zur wohlverdienten Strafe, anderen aber zum abschreckenden Beispiel, nach vorgängiger Ausschleifung zum Richtplatze, mit dem Rad durch Zerstoßung ihrer Glieder mit eisernen Keulen von oben herab, vom Leben zum Tode zu bringen und nach vollbrachter Hinrichtung die Leiche öffentlich auf das Rad zu legen, ihr Vermögen auch so weit solches reicht, zur Erstattung der Untersuchungskosten zu verwenden.

Die Wahrheit über den ermordeten Cord Meyer

Aufgrund ihrer Schwangerschaft wird Anna Hafterleichterung gewährt. Sie kann sich in Himmelpforten relativ frei bewegen, geht sogar zur Kirche. So kann sie erzählen, was sie zum Mord getrieben hat. Cord Meyer hat anscheinend seinem Sohn mit Absicht die Braut genommen. Als auch noch bekannt wird, dass der Ermordete selbst mehrere Morde und Raubzüge auf dem Gewissen hatte, schlägt die anfängliche Abscheu der Himmelpforter Bevölkerung gegen Anna in Mitleid um.

Die örtliche Justiz bittet die hannoverische Regierung daher, die beiden Täter nicht der Knochenmühle des Räderns auszusetzen, sondern sie vom Scharfrichter mit dem Schwert enthaupten zu lassen. Und Ihre Majestät zeigt sich „gnädig“.

Anna bekommt ihr Kind in der Haft. Sie entbindet eine Tochter, welche in ein Waisenhaus in Hannover gegeben wurde.

Die Hinrichtung und das leere Grab

Schließlich ist es am 24. Juli 1835 in Himmelpfort soweit. Die Hinrichtung der beiden steht an. Schulkinder singen, während Anna und Claus zum Richtplatz transportiert werden. Es heißt, der Henker gewährte den Verliebten noch einen letzten Kuss. Dann schwingt er zunächst sein Schwert gegen Claus. Zu der Hinrichtung versammeln sich tausende Schaulustige. Die beiden Hingerichteten werden schließlich an der Richtstätte in ungeweihter Erde beerdigt. Doch an diesem Platz ist nach kurzer Zeit nur ein leeres Grab vorzufinden. Die Leichen müssen heimlich exhumiert und nach christlichem Ritual erneut bestattet worden sein. Wahrscheinlich mit einer stillschweigenden Duldung der Kirche.

Quellen:

Der geile Mönch und das tote Mädchen

Die Gruseltour war dieses Wochenende im sächsischen Görlitz unterwegs. Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands mit rund 55.000 Einwohnern und schon fast 950 Jahre alt. Deshalb ist es auch eine Stadt voller Sagen und Legenden.

Wir haben euch die Sage vom mordenden Klötzelmönchen mitgebracht. Heute erinnert noch das Hotel „Klötzelmönch“ in der Fleischerstraße an die schreckliche Mordtat des Mönches. Denn für manch einen steckt hinter der Sage eine wahre Begebenheit.

Der Klötzelmönch

In der Fleischerstraße wohnte eine Witwe, welche voller Sorgen war. Ihre Tochter war von der Kirchmesse nicht zurückgekehrt. Sie suchte sie überall und fand sie nirgends. Ein junger Wandersbursche hörte von der Suche und eilte zur Witwe. Er hatte nachts in der Klosterkirche eine merkwürdige Szene beobachtet, welche er berichtete:

Er kam von außerhalb und ging als erstes in die Görlitzer Klosterkirche, um dort zu beten. Aufgrund seiner langen Wanderung war er sehr müde und schlief nach seinem Gebet auf einer der hinteren Bänke ein. Niemand hatte ihn dort liegen sehen. Als er in der Nacht aufwachte, überkam ihm die Angst vor der Stille in der Kirche. Doch die Stille sollte nicht lange währen. Er hörte wie sich knarrend die Tür öffnete und schlürfende Holzpantoffel sich dem Altar näherten. Die Holzklötzer der Pantoffeln klapperten unheimlich in der nächtlichen Stille. Er versteckte sich hinter seiner Bank und beobachtete von dort aus, dass ein gebückter Mönch in die Kirchenhalle eintrat. Doch der Mönch war nicht alleine. Er schleifte ein junges Mädchen hinter sich her. Sie war tot! Der Mönch schritt mit seinen klackenden Pantoffeln auf den Altar zu, wo eine Grabplatte war. Diese öffnete er und warf das tote Mädchen in das Grab hinein. Mit dem Geräusch seiner grässlichen hölzernen Pantoffel verließ er die Halle.

Der Bursche rührte sich bis zum nächsten Morgen, als die ersten Gläubigen die Kirche betraten, nicht. Danach stürmte er hinaus und wusste nicht mehr, ob er all das nur geträumt hatte. Als er nun von dem vermissten Mädchen hörte, erzählte er der Witwe alles was er beobachtet hatte.

Die Bürger eilten zur Kirche, öffneten die Grabplatte und fanden das tote Mädchen. Die Mönche wurden herbeigerufen und der Junge erkannte den Mörder sofort. Der Klötzelmönch leugnete nichts. Er gestand, dass Mädchen zunächst in seine Zelle gelockt und sie dort geschändet zu haben. Aus Angst, sie sage gegen ihn aus, wurde er zum Mörder.

Man erzählt sich, dass der geile Mönch daraufhin aus Strafe lebendig eingemauert wurde. Jedoch soll er als Geist weiterhin sein Unwesen in der Dreifaltigkeitskirche treiben. Es seien bis heute immer noch hölzern klingende Schritte in der Kirche zu vernehmen…

Zeichnung von Günter Hain „Der Klötzelmönch“

Quellen:

 

Berliner erschlugen ein Kirchenoberhaupt

Es soll das Jahr 1325 gewesen sein. Wir befinden uns im mittelalterlichen Berlin, welches damals noch eine geteilte Stadt war (Berlin und Cölln). Der Propst Nikolaus von Bernau, ein Abgesandter des Papstes, weilte vor Ort, trieb mit Inbrunst den Zehnten ein und verkündete Beschlüsse des Papstes.

In Berlin kommt es zum Jahrhundertmord

Der Propst Nikolaus von Bernau proklamiert während des Gottesdienstes, dass die Wahl eines deutschen Königs erst dann Gültigkeit erlangt, wenn der Papst höchstpersönlich seine Zustimmung erteilt. Damit waren weder die Fürsten, noch die Bürger der Städte einverstanden. Vielerorts wurden die Abgesandten des Papstes deshalb misshandelt und verjagt. In Berlin eskalierte jedoch die Situation. Es soll Markttag gewesen sein, weshalb sich viele Städter noch nach dem Gottesdienst vor der Kirche aufhielten. Als nun der Propst die Kirche verließ, fielen die Berliner über ihn her. Die Wut der Bürger über die finanziellen Abgaben und die Entscheidung des Papstes kochte über. Sie beschimpften den Propst und schlugen so lange auf ihn ein, bis er schließlich am Boden lag und tot war. Sein Leichnam wurde anschließend auf einem Scheiterhaufen verbrannt.

Der Stich zeigt die Berliner wie sie den Propst Nikolaus von Bernau erschlagen. Die Herkunft ist unbekannt. Er entstand möglicherweise in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Der Stich zeigt die Berliner, wie sie den Propst Nikolaus von Bernau erschlagen. Die Herkunft ist unbekannt. Er entstand möglicherweise in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Ein Bann über Berlin

Natürlich wurde der Papst über den Mord informiert, weshalb er Berlin und Cölln einen Bann auferlegte. Das bedeutete für die Doppelstadt, es durfte keine Taufe, keine Eheschließung und Beerdigung mehr durchgeführt werden. Die Kirche verweigerte ihren Segen dafür. Auch das Glockengeläut verstummte. Die Auswirkungen des Bannes waren jedoch etwas dadurch gemildert, dass die Franziskaner weiter ihres kirchlichen Amtes walteten, denn sie standen ja in Opposition zum Papst.

22 Jahre nach dem Bann

Lange Verhandlungen wurden geführt, um eine Aufhebung des Bannes zu erlangen. Dennoch dauerte dieser Zustand 22 Jahre, bis eine hohe Geldsumme an den Papst gezahlt wurde. Ferner musste der Propstei von Bernau jährlich ein „Sühnepfennig“ gezahlt werden, wobei es sich dabei ebenfalls um viel Geld handelte. Der Berliner Rat musste der Marienkirche einen neuen Altar stiften und auf dem Neuen Markt, an der Stelle, wo die Städter den Propst verbrannt hatte, 1347 ein Sühnekreuz errichten.
Das war ein Holzkreuz auf einem hohen Sockel. Bei einem der Stadtbrände wurde es vernichtet und danach durch ein Steinkreuz ersetzt.

Der Ort des Verbrechens - Die Marienkirche in Berlin

Der Ort des Verbrechens – Die Marienkirche in Berlin (Foto @flickr von Guillaume Baviere 2013 CC BY-SA 2.0)

Das Sühnekreuz erinnert an den Mord des Propstes (Foto @flickr von Jens-Olaf Walter 2016 CC BY-NC 2.0)

Sühnekreuze gibt es überall in Deutschland. Mehr über Sühnekreuze in Sachsen erfahrt ihr hier bei unserem Gruselfakt.

Quellen:

„Eine Hinrichtung – ein schrecklicher, aber doch feierlicher Augenblick“

Am 15. April 1853 fanden sich laut dem „Voigtländischen Anzeiger“ 25.000 Menschen im sächsischen Plauen ein. Eine Doppelhinrichtung war geplant. Die Männer Kelz und Schmidt sollten an diesen sonnigen Tag bei nur 6 Grad Außentemperatur auf dem Schafott mit dem Fallbeil hingerichtet werden. Aber was war geschehen?

Ein Einbruch mit tödlichen Folgen

In der Nacht vom 20. auf den 21. Januar 1852 entschlossen zwei Männer namens Kelz und Schmidt in das Haus der Witwe Sophie Margarethe Heidrich einzubrechen. Kelz war fast 60 Jahre alt und Schmidt um die 30 Jahre. Sie hatten ihr Opfer schon vorher ausgespäht. Frau Heidrich war eine Witwe und hatte keine Kinder. Die beiden Männer gingen davon aus, dass sie all ihr Geld also niemanden vermacht hatte und es demzufolge im Hause versteckt haben musste. Sie schlugen die Scheibe ein, stiegen ins Haus ein und durchsuchten es. Sie durchwühlten das komplette Wohnzimmer, fanden jedoch nichts. Kelz soll dann auf die Idee gekommen sein, dass solche verwitweten Frauen ihr ganzes Vermögen doch unter dem Kopfkissen im Schlafzimmer haben. Es gab nur ein Problem: Genau dort lag die Witwe. Als die beiden Männer ins Schlafzimmer eintraten, fing sie an zu schreien. Der ältere Kelz hatte einen Strick dabei, den er sonst nutzte, um in höhere Geschosse klettern zu können. Er warf ihm Schmidt zu und sagte, er solle die Frau erdrosseln. Schmidt gehorchte Kelz und brachte die Frau mit dem Strick um. In Ruhe suchten sie nun das ganze Haus durch, um an das geglaubte Vermögen der Witwe zu kommen. Doch sie fanden rein gar nichts Wertvolles. Um nicht mit leeren Händen zu gehen, nahmen sie ein paar zinnerne Teller, Schüsseln, Hemden und neue Säcke mit und zogen davon.

Die Verbrecher werden gefasst

Schon am Morgen nach der Tat fanden Nachbarn die erdrosselte Frau. Der Strick hing immernoch um ihren Hals. Sie verständigten die Polizei. Noch am selben Tag wurde Kelz in seinem Heimatdorf Kornbach aufgestöbert. Die Polizei fand bei ihm die gestohlenen Zinnteller. Der jüngere Schmidt konnte sich noch eine Woche lang verstecken und wurde dann ebenfalls verhaftet. Schmidt war geständig und gab den Mord zu. Er sagte aber auch, dass ihn Kelz den Strick zugeworfen hatte und ihn gezwungen hätte zu morden. Kelz war schon einige Jahre im Arbeits- und Zuchthaus, sowie im Gefängnis. Schmidt war dagegen nicht vorbestraft, jedoch dem älteren und erfahrenen Kelz hörig.

Die Todesstrafe wird verhängt

Das königliche Appellationsgericht in Zwickau, sowie das Königliche Oberappellationsgericht in Dresden sprachen für beide die Todesstrafe aus. Sie hatten kaltblütig einer wehrlosen Frau das Leben genommen und waren deshalb auch nicht mehr wert am Leben zu bleiben.

Die Hinrichtung

Die Bevölkerung wurde in lokalen Zeitungen und Bekanntmachungen über das kommende Ereignis informiert. Daher strömten am Tag der Hinrichtung seit dem Morgengrauen Menschen nach Plauen. Die Kommunalgarde Plauens war komplett ausgelastet. Um kurz nach acht Uhr am Morgen fuhren die Todeskandidaten in einer Pferdekutsche, mit zwei Schimmeln bespannt, in Richtung Schafott, los. Eine Plane schützte sie vor den Blicken der Anwesenden. Sie wurden umringt von einer militärischen Eskorte. Erst um halb zehn Uhr trafen sie auf dem Richtplatz ein.

Der Justizamtmann Beyer hielt eine Rede, bevor die Hinrichtung vollzogen werden sollte. Er schilderte den Mord und das Leben der zu Tode Verurteilten. Er sprach von einem schrecklichen, aber feierlichen Augenblick, welchen die Zuschauer nun beiwohnen werden. Die Sonne fing nun an zu scheinen und Beyer erwähnte in seiner Rede, dass die Sonne nur noch wenige Minuten auf die Verurteilten herab scheinen würde.

Dann wurde Kelz auf das Schafott geführt. Das Fallbeil schlug ihm als erstes den Kopf ab. Danach musste Schmidt sein Leben lassen.

„Gott sei den armen Sündern gnädig!“

Der „Voigtländische Anzeiger“ berichtet einen Tag nach der Hinrichtung, am 16. April 1853, über das Ereignis:

„[…] Möge sie als eine ernste und warnende Stimme an alle Herzen dringen und jedem, der in Gefahr steht, auf der Bahn der Tugend zu straucheln und in die Schlingen des Lasters zu fallen, eine ernste Warnung sein, damit wir nie wieder Veranlassung haben, unserem Publikum eine so traurige Begebenheit mittheilen zu müssen. Wir schließen mit dem Ausrufe, der gewiss von allen christlichen und frommen Seelen getheilt wird: Gott sei den armen Sündern gnädig!“

Sächsische Morde Cover

Quellen:

  • Eckert, Wolfgang 1998: Sächsische Morde. Kriminalhistorischer Führer durch die Vergangenheit. Das Neue Berlin. Seite 109-115.