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Die Krampusse sind unterwegs

Die Weihnachtszeit naht. Eigentlich soll dies eine Zeit des Friedens, der Ruhe und Gemütlichkeit sein. Doch es gibt einen vorchristlichen Brauch, welcher Angst und Schrecken bringt. Der Brauch um den Krampus.

Was ist ein Krampus?

Der Name leitet sich von mittelhochdeutsch Krampen ‚Kralle‘ oder bairisch Krampn ‚etwas Lebloses, Vertrocknetes, Verblühtes oder Verdorrtes‘ ab. Die Krampusse werden stets in Verbindung mit dem Adventsbrauchtum gebracht. Der Heilige Nikolaus, der freundliche Geschenkebringer, bekam in verschiedenen Ländern einen bösen Gehilfen zur Seite gestellt, der alle Sünder bestrafen sollte. Während zum Ende des Mittelalters dieser Begleiter Belznickel, Beelzebub oder einfach nur Teufel genannt wurde, verbreitete sich entweder aus dem Alpenvorland oder aus Thüringen ein spezieller Name für diese sonderliche Erscheinung: „Knecht Ruprecht“. Heutzutage wird er in Süddeutschland als Krampus bezeichnet. Der Krampus ist eine damönische Gestalt. Ein Krampus trägt ein weises, schwarzes oder braunes Fell, eine grob geschnitzten, sehr schaurige Holzmaske, meistens mit Hörnern. Auf seinen Rücken finden sich mehrere größere Glocken. Die Vorstellung des Aussehens eines Krampus ist von Ort zu Ort unterschiedlich.

Gruß vom Krampus, Postkarte um 1900

Gruß vom Krampus, Postkarte um 1900

Der Krampuslauf

Jedes Jahr um die Weihnachtszeit gibt es Krampusläufe u.a. in Süddeutschland, Österreich und Südtirol. Junge Männer verkleiden sich als Krampusse und laufen in einem Zug durch die Stadt. Da sie die bösen Begleiter des Heiligen Nikolaus sind, treten sie auch so auf. Nicht nur ihre Kostümierung sieht schaurig aus, auch ihr Verhalten spiegelt dies wider – sie versuchen die Zuschauer der Krampusläufe zu erschrecken.

Krampusse in Leipzig

Krampusse in Sachsen sind höchst ungewöhnlich, da der Brauch hierzulande nicht verwurzelt ist. Doch am Samstag, den 3.12. wurden zwei unserer Gruseltour-Guides eines besseren belehrt. Fünf junge Südtiroler führten auch in Leipzig einen kleinen Krampuslauf durch und präsentierten ihre ganz und gar schaurigen Köstume. Die Köstume waren aus echtem Leder mit Ziegenhaaren.

Unsere schwarze Witwe, Friederike, mit einem Krampus - 2.12.2016

Unsere schwarze Witwe, Friederike, mit einem Krampus auf dem Augustusplatz – 3.12.2016

Unser Guide Clarissa umzingelt von Krampussen auf dem Augustusplatz - 3.12.2016

Unser Guide Clarissa umzingelt von Krampussen auf dem Augustusplatz – 3.12.2016

Südtiroler Krampusse auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt - 12.2016

Südtiroler Krampusse auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt – 12.2016

Krampus- Der Film

Im Jahr 2015 kam der Film „Krampus“ in die Kinos. Er thematisiert nicht den Brauch, sondern sorgt alleine für schön-schaurige Unterhaltung. Wenn man also auf einen etwas anderen Weihnachtsfilm Lust hat, empfehlen wir euch „Krampus“.

Der Larvenkult in Österreich: Klaubauf

Wir werden auch immer wieder von Gästen aus Österreich beehrt und deswegen wollen wir diese Woche ein Auge auf einen wahrlich schaurigen Brauch in Österreich legen: Den Brauch des Klaubauf.

Was ist ein Klaubauf?

In vielen Gemeinden in Osttirol zieht am Vorabend des Nikolaustags (6. Dezember) der Heilige Nikolaus durch die Straßen. Er hat dabei stets seine bösen Begleiter bei sich. Der Name dieser Begleiter ist regional unterschiedlich: Krampus, Kramperl, Spitzbartl oder Klaubauf sind die bekanntesten. Die Bezeichnung „Klaubauf“ war noch im 19. Jahrhundert in weiten Teilen Süddeutschlands und Österreichs üblich. Heute findet sich die Bezeichnung fast ausschließlich in Osttirol, sowie teilweise in Oberkärnten und im Vinschgau (Südtirol).

Ein Klaubauf trägt ein weises, schwarzes oder braunes Fell, eine grob geschnitzten Holzmaske, die „Larve“ genannt wird oder eine grob wirkende Larve aus Aluminium. Auf seinen Rücken finden sich mehrere größere Glocken.

Klaubaufmuseum 2016

Die Masken und Kostüme der Klaubaufläufer – – Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Seit wann gibt es die Klaubaufläufe?

Die Gemeinde Matrei in Osttirol ist Hauptort des Brauchs. Am Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich hier der Brauch in die heute typische Erscheinungsform gewandelt. Vermummten sich früher die Maskierten üblicherweise mit Fellen bzw. Stoffen mit ausgeschnittenen Augenpartien, so verbreiteten sich ab den 20er Jahren große, grob geschnitzte Holzlarven.

Erste Belege für das Klaubaufgehen in Matrei finden sich erst relativ spät. 1736 bzw. 1744 berichtet ein Beauftragter des Bischofs von Salzburg, daß sich in Matrei „die Unsitte Platz gegriffen [hätte], daß man die Faschingstage auf die Feiertage vor Weihnachten, Neujahr und Heilig Dreikönig verlege, wo man mit Narrengewändern oder sonst schamlosen Kleidern in alle Häuser eindrang, ganze Scharen von Knaben und Mädchen mit sich fortriß und überall sich übermäßigen Fraß hingab“.

Heute erfreut sich der Brauch einer ungeahnten Beliebtheit. Im Matrei beteiligen sich ungefähr 200 Personen am Klaubaufgehen. In einigen Gemeinden wurde der Brauch sogar neu eingeführt (Oberdrauburg, Oberkärnten).

Den Brauch gibt es in ähnlicher Form auch in Süddeutschland. Dort nennen sich die Begleiter Krampusse. Jedes Jahr gibt es beispielsweise einen Krampuslauf durch München.

Kostüm für den Klaubauflauf - Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Kostüm für den Klaubauflauf – Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Schwere Holzmaske für den Klaubauflauf - Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Schwere Holzmaske für den Klaubauflauf – Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Nicht ganz ungefährlich

Der Klaubauf ist der böse Begleiter des Heiligen Nikolaus und zeigt sich deshalb besonders von seiner grausamen Seite. So treten auch die Personen in ihren Klaubaufmasken auf. Sie springen wütend dem Heiligen Nikolaus hinterher und erschrecken die Zuschauer. Dabei kam es bereits zu Schlägereien zwischen den Zuschauern und den maskierten Männern. Die kleinezeitung.at berichtete 2014, dass dieser Brauch bis zu 100 Opfer im Jahr findet. Manchmal kann eine Auseinandersetzung mit einem Klaubauf auf Seiten der Zuschauer mit Knochenbrüchen enden.

Mehrere Masken für den Klaubauflauf - Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Mehrere Masken für den Klaubauflauf – Foto aus dem Matreier Klaubaufmuseum 2016

Quellen:

Sie kommen, um dich zu fressen… Die Krampusse! Heute ist es wieder so weit!

Die Krampusse sind unterwegs! Doch wer sind diese seltsamen Gestalten? Der Name leitet sich von mittelhochdeutsch Krampen ‚Kralle‘ oder bairisch Krampn ‚etwas Lebloses, Vertrocknetes, Verblühtes oder Verdorrtes‘ ab. Die Krampusse werden stets in Verbindung mit dem Adventsbrauchtum gebracht. Der heilige Nikolaus, der freundliche Geschenkebringer, bekam in verschiedenen Ländern einen bösen Gehilfen zur Seite gestellt, der alle Sünder bestrafen sollte. Während zum Ende des Mittelalters dieser Begleiter Belznickel, Beelzebub oder einfach nur Teufel genannt wurde, verbreitete sich entweder aus dem Alpenvorland oder aus Thüringen ein spezieller Name für diese sonderliche Erscheinung: „Knecht Ruprecht“. Heutzutage wird er in Süddeutschland als Krampus bezeichnet. Die verschiedenen Erscheinungsarten dieses bösen Gehilfen haben ihren Ursprung im spätmittelalterlichen Kinderschreck. Die Erscheinung des Kinderschrecks diente als zusätzliches Mittel der elterlichen Erziehung, um die Kinder zur Frömmigkeit zu mahnen. Am häufigsten verbreitet war der Kinderfresser. Der Kinderfresser drohte den unfrommen Kindern sie mitzunehmen, aufzuschlitzen, bis aufs Blut auszupeitschen oder gar aufzufressen. Diese Erscheinungen trugen stets einen großen Sack oder Korb, worin sie die Kinder stecken wollten. Heute, am Sonntag, den 13.12.2016 findet wieder der jährliche Krampuslauf in der Münchner Innenstadt statt. Passanten können die aufwändigen Köstume der Krampusse vor Ort bestaunen.

Gruss_vom_Krampus

Postkarte um 1900

Krampuslauf in München 2013 by tribp @flickr

Krampuslauf

Krampuslauf in München 2013 by tribp @flickr

Quellen: