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Das Leichen-Öl der Walpurgisnacht

Mit der Walpurgisnacht verbindet man noch am ehesten um ein Feuer tanzende grimmig dreinschauende Hexen, die sich auf Felsenvorsprüngen treffen und den Teufel anbeten. Aber hinter der Walpurgisnacht steckt mehr! Etwas Heiliges und möglicherweise ein „Wunder“…

…denn die Walpurgisnacht wurde nach einer Nonne benannt: „Walburga“. Vom Papst wurde sie an einem 1. Mai zur Heiligen erklärt und gilt nun als Schutzpatronin unter anderem gegen böse Geister. Deswegen heißt die Nacht zum ersten Mai „Walpurgisnacht“. Walburgas Reliquien, also beispielsweise ihre Knochen,  werden noch heute verehrt. Seit 1042 soll unter Walburgas Reliquienschrein im Kloster Sankt Walburg im bayrischen Eichstätt alljährlich von Oktober bis Ende Februar eine Flüssigkeit, das sogenannte Walburgisöl, austreten: angeblich Walburgas Leichen-Öl! Gläubige können es in Fläschchen abgefüllt im Kloster bekommen. 2011 ließ der Kriminalbiologe Mark Benecke eine Probe der Flüssigkeit untersuchen. Es handelt sich um hartes Wasser mit einem neutralen pH-Wert. Vielen Dank an die findigen Wissenschaftlern, dass sie „Wunder“ aufdecken…

Das Gruseltour-Team wünscht euch eine aufregende Walpurgisnacht und geht jetzt geschlossen zum Blocksberg, um mit den Hexen zu tanzen.

Krypta der Heiligen Walburga

Krypta der Heiligen Walburga

Die Krypta mit den Reliquien der heiligen Walburga im Kloster Sankt Walburg in Eichstätt (Foto von DALIBRI @Wikipedia), bei der das Leichen-Öl austreten soll und eine Flasche dessen:

Walpurgisöl

Walpurgisöl

Die Heiligenbrücke – ein unheiliger Ort!

Laut der Leipziger Sage soll genau an dieser Brücke eine Todesstrafe vollzogen worden sein!

Im 14. Jahrhundert soll ein Leipziger Kaufmannsehepaar lange kinderlos geblieben sein, bis sie schließlich Zwillinge bekamen: Maria und Katharina. In ihren Gebeten hatten die Eltern bei Geburt eines Kindes versprochen, dieses ins Kloster zu schicken – die Wahl fiel auf Maria. Katharina wurde zu Verwandten nach Altenburg geschickt. Maria litt sehr als Nonne und verliebte sich in einen jungen Mann, den sie vom Klostergarten aus gesehen hatte. Sie lernten sich kennen und bald war der Entschluss zur Flucht gefasst. Der junge Mann half dabei und versteckte Maria. Die Äbtissin des Klosters wollte die entflohene Nonne finden und sie bestrafen. Zur gleichen Zeit floh auch Katharina aus Altenburg von ihren Verwandten, da sie einen Mann hätte heiraten müssen, den ihre Verwandten für sie ausgesucht hatten. Die Ähnlichkeit der Zwillinge führte dazu, dass Katharina ergriffen wurde. Das Urteil der Äbtissin für die Flucht lautete Todesstrafe! Nur wenige Tage später wurde Katharina deswegen in der Elster an genau dieser Brücke ertränkt. Als ihre Schwester Maria davon erfuhr, war Katharina schon längst tot. Sie ging seit dem jeden Tag zur Brücke und betete für ihre ermordete Schwester, bis sie selbst, den Kräften fern, dort starb. Bald sprach man von den beiden Schwestern wie von Heiligen, deswegen wurde die Brücke zur „Heiligenbrücke“.

Die Heiligenbrücke ist die Überquerung des Elstermühlgrabens im Südwesten von Leipzig und verläuft zwischen der Moschelesstraße und dem Luz-Long-Weg.

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