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Heidine muss brennen!

Mit diesem Gruselfakt tauchen wir erneut in eine schreckliche Zeit unserer Geschichte ein: die Hexen- und Zaubererverfolgung. Wir schauen uns im Folgenden Dresden genauer an.

Hexenverfolgung in Dresden

Zwischen 1407 und 1720 gab es 37 Hexenprozesse in Dresden. Darunter waren 25 Frauen und 12 Männer. Von diesen 37 Prozessen sind neun Hinrichtungen belegt, unter anderem durch den Scheiterhaufen. Die Hinrichtungen wurden ausschließlich an Frauen durchgeführt. Andere angebliche Hexen und Zauberer wurden entweder gefoltert, bekamen eine Geldstrafe auferlegt oder mussten das Land verlassen. Glück hatte der oder die Angeklagte, wenn der Prozess sogar eingestellt wurde. Heidine Wiedemann hatte 1585 kein Glück.

Heidine Wiedemann die Hexe

Heidine Wiedemann wurde in Glashütte geboren. Einem Ort südlich von Dresden. Im Jahr 1585 wurde ihr vorgeworfen den damaligen Kurfürsten verzaubert zu haben, um diesen in privaten Beziehungen und Entscheidungen zu beeinflussen. Warum gerade ihr dies vorgeworfen wurde, geht aus den Aufzeichnungen nicht hervor.

Sie wurde gefoltert und schließlich am 20. Juli 1585 am Wilsdruffer Tor dem Feuertod übergeben. Das Wilsdruffer Tor war das westliche Stadttor am Ausgang der Willschen Gasse, der heutigen Wilsdruffer Straße.  Viele Dresdner Bürger und Bürgerinnen sind zu dem Spektakel gekommen, um die Hexe sterben zu sehen.

Das Phänomen des „Hexenschlafes“ wird öfter bei Frauen, die auf dem Scheiterhaufen hingerichtet werden, beobachtet. Während die Flammen hochsteigen, der Qualm die Szenerie überdeckt und die Sinne benebelt, scheint die angebliche Hexe ein letztes Mal zu lächeln. Ein tranceartiger Zustand, der wahrscheinlich als Schutzmechanismus vom Körper angewandt wird.

Gemälde von Albert Keller „Hexenschlaf“ 1872

Quellen:

Mordkreuze in Sachsen!

Was sind Mordkreuze? Es sind verwitterte Steinkreuze ohne regelmäßige Form, ohne Inschrift und ohne Jahreszahl. Sie stehen beispielsweise am Wegesrand, vor Kirchen oder in Gärten. Auf der Vorderseite tragen sie simple Einkerbungen, die unter anderem Lanzen, Spieße, Beile, eine Armbrust oder ein anderes Mordinstrument darstellen. Sie erinnern an eine mehrere Jahrhunderte zurückliegende Mordtat.

So gibt es im sächsischen Gräfenhain ein Mordkreuz, dass am südöstlichen Ortsausgang steht, unmittelbar an der Dorfstraße, an der Zufahrt zum Rittergut. Deutlich zeigt sich auf der Vorderseite eine Ritzzeichnung einer Rodehacke. Laut der Sage, soll die eingeritzte Hacke als Beil oder Axt umgedeutet werden. Denn es hätten sich wohl zwei Zimmerleute um ein Mädchen gestritten und seien aufeinander losgegangen. Dabei hätte der eine den anderen mit einem Beil erschlagen.

Gräfenhainer Mordkreuz:

 

 

 

 

 

 

Ein weiteres Beispiel für ein Mordkreuz (Standort: Dresden, im Nord-Teil des Großen Gartens, zwischen Fetscher- und Herkules-Allee):