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Dezember 2017 – LE – Leipzig and the English-speaking World

Diesen Monat ist ein Buch publiziert worden, an dem Clarissa, als Spezialistin für die düsteren Seiten von Leipzig, mitgeschrieben habe: LE – Leipzig and the English-speaking World.

Das Buch ist im Verlag Edition Hamouda erschienen und wurde von Elmar Schenkel und Kati Voigt herausgegeben.

In dem Buch stellen die beiden Herausgeber und die Co-Autoren dar, welche Verbindungen Leipzig zur englischsprachigen Welt hat. Ich beschreibe in meinem Artikel wie Leipzigs okkulte Geschichte durch US-Amerikaner und Briten beeinflusst wurde. Außerdem berichte ich von der Vampirforschung an der Universität Leipzig Anfang des 18. Jahrhunderts und erkläre was Bram Stokers Dracula damit zu tun hat. Es ist komplett auf Englisch.

Wollt ihr es wagen und in die dunklen Geheimnisse Leipzigs eintauchen? Dann seid beim Lesen gewarnt: „It is not for the faint-hearted!“

Quellen:

Bram Stokers unbekannte Werke

Viele kennen Abraham „Bram“ Stoker – den irische Schriftsteller, der vor allem durch seinen Roman „Dracula“ berühmt wurde. Stoker wurde am 8. November 1847 in Clontarf bei Dublin geboren und starb am 20. April 1912 in London, England. Neben „Dracula“ hat er noch viele andere Geschichten geschrieben, welche aber stets im Schatten seines berühmten Werkes stehen. Wir wollen euch deswegen die Geschichte „Das Haus des Richters“ von ihm vorstellen.

Kurz noch zu seinem Leben

Bram Stoker wurde als drittes von sieben Kindern in der Nähe von Dublin geboren. Er war bis zu seinem siebten Lebensjahr krank und konnte alleine weder stehen noch gehen. Diese traumatische Erfahrung spiegelt sich in seiner literarischen Arbeit wider. Nicht nur seine Krankheit war ein Rätsel, sondern auch seine Genesung war ein „Wunder“ für seine Ärzte.

Danach wurde er sogar Athlet und Fußballstar am Trinity College in Dublin, wo er von 1864 bis 1870 Geschichte, Literatur, Mathematik und Physik studierte. Anschließend wurde er Beamter bei der Dienstaufsichtsbehörde der Justizverwaltung in Dublin Castle (wo auch sein Vater tätig war), was ihn aber nicht zufriedenstellte. Er muss während dieser Zeit regelrecht unglücklich gewesen sein.

Er arbeitete gleichzeitig als Journalist und Theaterkritiker und schrieb Artikel für das „Dublin University Magazine“. Stoker heiratete 1878 Florence Balcombe. Er zog mit ihr nach London, wo er schließlich als Manager vom Lyceum Theatre arbeitete. Stoker erlebte den großen Erfolg seines Romans „Dracula“ nicht mehr. Er starb nach mehreren Schlaganfällen in finanziell bescheidenen Verhältnissen 1912 in London; einige Quellen nennen als Todesursache Überarbeitung.

Bram Stoker 1882

Stokers Werke

Lange bevor er sein berühmtestes Werk „Dracula“ im Jahr 1897 verfasste, widmete er sich schon seinem schriftstellerischem Talent. Sein Debütwerk war 1875 „The Primrose Path“. Das Werk handelt von einem Tischler, der dem Alkohol verfällt und seiner Frau Untreue unterstellt – weshalb er sie umbringt.

Es folgten noch weitere Geschichten. Darunter wurde 1891 „The Judges’s House“ in einer speziellen Weihnachtsausgabe des „Illustrated Sporting and Dramatic News“Magazins veröffentlicht. Denn wann freut man sich mehr über eine Gruselgeschichte, als zu Weihnachten?! ;-) (Anmerkung der Redaktion)

„The Judges’s House“ heißt übersetzt „Das Haus des Richters“. Es ist die Geschichte eines jungen Studenten, der zum Lernen in ein ruhiges Haus zieht. Zur Ruhe kommt er aber nicht, da es vor Ort nur so von Ratten wimmelt. Nach und nach verunsichert ihn die Unruhe und vor allem eine sehr dicke Ratte, die ihn zu beobachten scheint. Er beginnt wirr von dem Vorbesitzer des Hauses zu träumen – einem sadistischen Richter. Als er dann noch das Henkersseil im Haus entdeckt, nimmt der Wahnsinn seinen lauf.

Die Ratten im Hause des Richters

Das Ende können wir euch natürlich an dieser Stelle nicht verraten. Wir haben aber ein wunderschönes Hörspiel für euch entdeckt, welches die ganze Geschichte erzählt.

Allgemein ist zu sagen, dass die Geschichte „Das Haus des Richters“ eine eher entspannte Gruselgeschichte ist und keineswegs mit heutigen Horrorfilmen zu vergleichen ist. Sie zeigt aber sehr gut auf, vor was sich die Menschen vor fast 130 Jahren fürchteten. Wer also Lust auf eine angenehme Gruselgeschichte von Bram Stoker hat, dem können wir das folgende Hörspiel empfehlen.

Hier findet ihr den Link zum Hörspiel.

Quellen:

Der dämonische Graf Orlok bringt die Pest nach Wismar

Wer ist dieser Graf Orlok, der 1838 in Wismar auftaucht und im Schlepptau die Pest mitbringt?

Nosferatu

Graf Orlok ist eine fiktive Gestalt und der Hauptcharakter des deutschen Stummfilms Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens aus dem Jahr 1922 von Friedrich Wilhelm Murnau. Der Stummfilm ist eine – nicht autorisierte – Adaption von Bram Stokers Roman Dracula und erzählt die Geschichte des Grafen Orlok, eines Vampirs aus den Karpaten. Der Film ist einer der ersten Horrorfilme.

Nosferatu ist der sagenhafte Name einer angeblichen besonderen Spezies von Vampiren in Rumänien. Im tatsächlichen rumänischen Vampirglauben existiert ein solches Wesen nicht. Der Begriff wurde erstmals von der schottischen Reiseschriftstellerin Emily Gerard in ihrem Buch The Land beyond the Forest. Facts and Fancies from Transsylvania (Edinburgh und New York 1888) erwähnt und mit Untoter übersetzt.  Ihre Schilderungen wurden von Bram Stoker für seinen Roman Dracula (1897) als Informationsquelle genutzt.

Graf Orlok im Film „Nosferatu“ – Szene aus dem Stummfilm 1922

Handlung des Stummfilms

Da es sich um eine Kopie von Bram Stokers Werk Dracula handelt, gleichen sich beide Handlungen sehr.

Der Häusermakler Knock bekommt von einem Grafen Orlok aus den Karpaten den schriftlichen Auftrag, für ihn ein Haus in Wisborg zu suchen. Der Makler beauftragt seinen jungen Mitarbeiter Thomas Hutter, zu Orlok zu reisen. Hutters Frau Ellen gefällt dies gar nicht, dennoch reist Hutter in die Karpaten. Die Einheimischen fürchten sich vor Orlok und warnen den jungen Mann, weiterzureisen. Trotz aller Strapazen erreicht er das düstere Schloss des Grafen.

Der Graf bittet den jungen Mann zu verweilen. Nach einer Nacht in schwerem Schlaf erwacht Hutter mit zwei Bissmalen an seinem Hals. Als Graf Orlok am folgenden Abend zufällig das Bildnis von Hutters Frau Ellen in einem Medaillon erblickt, nimmt er sofort Hutters Angebot an und unterschreibt unbesehen den Kaufvertrag. Hutter ahnt, dass er damit das Verhängnis in seine Heimatstadt eingeladen hat.

Der junge Hutter mit dem Grafen Orlok – Szene aus dem Stummfilm 1922

Hutter erforscht tagsüber Orloks Schloss und findet den Grafen in todesähnlichem Schlaf in einem Sarg liegen. Am Abend sieht Hutter, wie der Graf eilends mit Erde gefüllte Särge auf einen Wagen verlädt. Kaum hat sich Orlok in den letzten, leeren, Sarg gelegt und dessen Deckel über sich gezogen, rast der unheimliche Karren davon. Hutter flieht aus dem Schloss. Orlok hat unterdessen veranlasst, dass die Särge auf dem Wasserweg Wisborg erreichen. Das Schiff, welches den Grafen transportiert, läuft schließlich als Geisterschiff im Zielhafen ein. Alle Matrosen sind während der Reise auf unheilvolle Weise verstorben. Der Graf verlässt das Schiff und wandelt durch die nächtliche Stadt. Die Stadt ruft den Notstand aus, doch es ist zu spät: Die Pest breitet sich in Wisborg aus und fordert unzählige Opfer.

Hutter erreicht nun auch wieder seine Heimatstadt und weiß von seiner Reise, wie er den Grafen das Handwerk legen kann. Nur eine Frau reinen Herzens könne „den Vampyr“ aufhalten, indem sie ihm aus freiem Willen ihr Blut zu trinken gibt und ihn so „den Hahnenschrey vergessen“ lässt – also dass der Vampir bis zum Morgengrauen in Ekstase trinkt und ihn die aufgehende Sonne umbringt. Graf Orlok schleicht in Ellens Zimmer, um ihr Blut zu trinken. Als er sich an ihr labt, schreckt er plötzlich hoch: Er hat über seiner Lust die Zeit vergessen; der Morgen naht. Mit dem ersten Hahnenschrei, also im ersten Strahl der Sonne, vergeht der Vampir zu Rauch. Hutter erreicht mit dem Doktor Ellens Zimmer und schließt sie in die Arme, doch es ist zu spät: Ellen ist tot. Wie durch ein Wunder ist jedoch mit dem Ende des Vampirs auch die Pest besiegt.

Drehorte für Nosferatu

Die Drehorte waren neben den Karpaten, vor allem in Deutschland. Im Film erkennt der Zuschauer die Stadt Wismar – welche im Film zu Wisborg wurde. Aber auch Lauenburg, Lübeck, Rostock, Sylt und Berlin dienten als Drehorte.

Filmplakat von „Nosferatu“ – 1922

Quellen:

Deutsche Erstausgabe von Dracula erschien in Leipzig

„Für Schwachnervige ist es jedoch keine Lektüre […]“, so steht es in der Werbeanzeige der Leipziger Verlagsbuchhandlung Max Altmann. Sie machen Werbung für die deutsche Erstausgabe des Buches „Dracula“ von Bram Stoker, welches 1908 in Leipzig erschien. Bram Stoker selbst schrieb sein berühmtestes Werk bereits 1897. Und wisst ihr was? Die ganze Geschichte von „Dracula“ beginnt in Deutschland. Lest mehr darüber in unserem früheren Gruselfakt!

Anbei die Werbeanzeige des Leipziger Verlages und ein Foto der deutschen Erstausgabe (Foto vom Wikipedia-User Selfie765)

Dracula_WerbungStoker_Dracula

Bram Stokers „Dracula“ hat eine Vorgeschichte…
und die beginnt in München!

Die Vorgeschichte heißt „Dracula’s Guest“ und wurde erst zwei Jahre nach Stokers Ableben 1914 als Kurzgeschichte veröffentlicht.

Hier der Beginn der Kurzgeschichte:

“When we started for our drive the sun was shining brightly on Munich, and the air was full of the joyousness of early summer. Just as we were about to depart, Herr Delbruck (the maitre d’hotel of the Quatre Saisons, where I was staying) came down bareheaded to the carriage and, after wishing me a pleasant drive, said to the coachman, still holding his hand on the handle of the carriage door, „Remember you are back by nightfall. The sky looks bright but there is a shiver in the north wind that says there may be a sudden storm. But I am sure you will not be late.“ Here he smiled and added, „for you know what night it is.“ Johann answered with an emphatic, „Ja, mein Herr,“ and, touching his hat, drove off quickly. When we had cleared the town, I said, after signalling to him to stop: „Tell me, Johann, what is tonight?“ He crossed himself, as he answered laconically: „Walpurgis nacht.“ […] “

Die bekannte Dracula-Geschichte beginnt so:

„Jonathan Harker’s Journal

3 May. Bistritz. __Left Munich at 8:35 P. M, on 1st May, arriving at Vienna early next morning; should have arrived at 6:46, but train was an hour late. […] “

Bram Stoker:

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