Schlagwort-Archive: Baumdämon

Das Schlagen der Frauen zu Weihnachten seit 1599 polizeilich in Sachsen verboten
Alter Aberglaube aus der Region

Der Autor des 1909 erschienenen Werkes „Okkultismus und Sexualität“ Hans Freimark beschreibt in seinem Buch erotische Bräuche, die tief in die Vorzeit zurückführen sollen. So nennt er unter anderem das Schlagen mit der Lebensrute. Dabei zählt er auf, dass Frauen oder weibliches Hausvieh, vor allem Kühe und Stuten, zu einer festen Jahreszeit mit einer grünen Rute bestimmter Bäume geschlagen wurden, um fruchtbar zu werden. Symbolisch soll dabei die Rute das Zeugungsglied des Baumdämons gewesen sein. Und wenn nun damit auf die Geschlechtsteile der Ehefrauen geschlagen wurde, so sollte es diese fruchtbar machen. Die schlagenden Männer selbst sahen sich dabei wohl als Dämonen der Bäume, deren Rute sie tragen. Dabei ist die Rute ein uraltes Symbol für das männliche Zeugungsglied. Freimark zitiert: „[…] 1599 wurde in der Herrschaft Lauenstein in Sachsen eine Polizeiverordnung erlassen, die das Schlagen der Frauen zu Weihnachten verbietet: das Kindlen oder Dinglen das zu Weynachten getrieben wird, da die großen starken knecht den Leuten in die Heusser laufen, die Mägde und Weiber entblösen und mit Gerten oder Ruten hauen.“

Gut, dass wir diesen Aberglauben nicht beibehalten haben. Also bitte nicht nachmachen!

Nachzulesen in: Hans Freimark, Okkultismus und Sexualität: Beiträge zur Kulturgeschichte der Vergangenheit und Gegenwart, 1909, Leipziger Verlag, Seiten 395-398.

freimark