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Fräulein Müllers Spuk

Wir befinden uns in Babenhausen, einem kleinen Ort mit ungefähr 15.000 Einwohnern in Hessen. In Babenhausen gibt es ein ziemlich großes Areal von 144 Hektar, welches zwischen 1901 und 2007 als Kaserne genutzt wurde. Zum Schluss waren in dieser Kaserne US-amerikanische Soldaten stationiert. Angeblich soll es in dem Hauptgebäude spuken…

Kaserne Babenhausen 1953

Foto der Kaserne Babenhausen von 1953

Die Entstehung einer Spukgeschichte

Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges soll ein Fräulein Müller in der Kaserne mit ihrem Verlobten gewohnt haben. Als allen Soldaten der Kaserne schließlich der Befehl ereilte in Frankreich einzumarschieren, überfiel die meisten der blanke Horror. Fräulein Müller soll daher beschlossen haben, ihren Verlobten und drei weitere Soldaten auf dem Dachboden in einem Haus der Kaserne zu verstecken. Einige Tage wäre dies auch gut gegangen. Schließlich sei sie jedoch dabei erwischt worden, wie sie den Deserteuren Wasser und Lebensmittel brachte. Die vier Soldaten wären daraufhin festgenommen worden und es erwartete sie die Todesstrafe. Als die vier Männer vom Erschießungskommando hingerichtet wurden, soll Fräulein Müller beschlossen haben, sich umzubringen. Sie ging in das Hauptquartier und stürzte sich aus einem der oberen Fenster in den Tod.

Genau zu dem Zeitpunkt ihres Todes soll die Turmuhr des Hauptgebäudes stehen geblieben sein. Seitdem könne man angeblich in den Räumen Stimmen von einer weinenden Frau vernehmen.

Turmuhr Offiziers Kasino

Die kaputte Turmuhr des Hauptgebäudes der Kaserne in Babenhausen soll die Todeszeit von Fräulein Müller anzeigen

Weitere Mythen um Fräulein Müller

Das gerade eine junge Dame namens Müller den Spuk verursacht haben soll, käme nicht von ungefähr. Im 17. Jahrhundert soll sich genau dort, wo Fräulein Müller in den Tod stürzte, das Haus einer Helga Müller befunden haben. Sie war eine der 50 Frauen, die in Babenhausen der Hexerei angeklagt und schließlich auf dem Marktplatz von Babenhausen bei lebendigen Leibe verbrannt wurden.

Was sind die Fakten hinter der Spukgeschichte?

Ob es jemals eine Helga Müller gegeben hat, die im 17. Jahrhundert auf dem Marktplatz von Babenhausen hingerichtet wurde oder ein Fräulein Müller, die ihren Verlobten und drei weitere Männer versteckt gehalten hat, ist unklar.

Sicher ist jedoch, dass das Bataillon in Babenhausen wirklich am 7. August 1914 zum Frankreichfeldzug ausrücken sollte.

Angeblich sollen sich noch 1970 amerikanische Amtsträger geweigert haben, das Haus zu betreten. Möglicherweise ist das aber auch nur ein schön-schauriger Gedanke, der weiterhin erzählt wird, um die Spukgeschichte des Fräulein Müllers abzurunden.

Die Kaserne in Babenhausen (Quelle: Bildarchiv HGV Babenhausen)

Die Kaserne in Babenhausen (Quelle: Bildarchiv HGV Babenhausen)

Quellen: