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Das echte Schneewittchen

Gäste berichteten mir während der Gruseltour von einer real existierenden Person, deren Leben Vorbild für das Märchen Schneewittchen gewesen war. Das machte mich neugierig und ich begab mich in die tiefen dunklen Gefilde der Märchenwelt, um dem auf die Spur zu kommen. Und siehe da… Die These war sogar berechtigt!

Es handelt sich dabei um Margaretha von Waldeck. Ihr Leben weist viele Parallelen zu Schneewittchen auf. Sie wurde 1533 geboren und starb bereits mit 21 Jahren. Im Alter von vier Jahren verlor sie ihre leibliche Mutter und ihr Vater heiratete daraufhin erneut. So bekam Margaretha eine Stiefmutter. Als sie etwa 16 Jahre alt war, wurde sie von ihrem Vater an den Hof Marias von Kastilien in Brüssel geschickt, wo Margaretha verheiratet werden sollte. Auf der Reise überquerte sie das Siebengebirge. Margaretha wird eine außerordentliche Schönheit nachgesagt und sie hatte viele Verehrer. Jedoch waren ihre Haare nicht schwarz wie Ebenholz, sondern blond. In früheren Versionen des Märchens von Schneewittchen war diese ebenfalls blond. Ihr wird nachgesagt, dass sie vergiftet wurde. Das soll die Schrift in ihrem Testament beweisen. Ihre Handschrift wirkt darin zittrig und verunsichert im Vergleich zu früheren Briefen, was ein Zeichen für eine Arsenvergiftung sei. Der Wohnort der sieben Zwerge soll im ehemaligen Kupferbergwerksdorf Bergfreiheit, einem heutigen Stadtteil von Bad Wildungen in Hessen, gewesen sein, das sich heute „Schneewittchendorf“ nennt. Der Bezug auf die sieben Zwerge wird in diesem Zusammenhang auf die Kinderarbeit im Bergwerk zurückgeführt.

Das Bild zeigt das Buch (1889): »Mein erstes Märchenbuch«, von C. Offterdinger und H. Leutemann. Hier ist Schneewittchen noch blond.

Vielen Dank an unsere lieben Gruseltour-Gäste, die uns mit ihren Geschichten bereichern!

Quellen: