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„Der Freischütz“
– Eine Geschichte über Dämonenbeschwörung aus den Federn eines Leipzigers

Der Leipziger August Apel verfasste Anfang des 19. Jahrhunderts die Geschichte „Der Freischütz“ und begeisterte damit den Komponisten Carl Maria von Weber. Dieser verarbeitete die Geschichte zu einer Oper. Jedoch entschied sich Weber für ein „Happy End“. Lest hier die Zusammenfassung der Ursprungsgeschichte von Apel… Aber Vorsicht, diese nimmt kein gutes Ende.

Wilhelm und Käthchen lieben sich. Doch der Vater von Käthchen will erst in eine Hochzeit einwilligen, wenn Wilhelm sich als guter Förster erweist, denn er würde mit Käthchen in eine Försterei einheiraten. Schon seit Generationen muss jeder neue Förster in dieser Familie mit einem Probeschuss sein Können beweisen. Wilhelm ist zwar Amtsschreiber, aber nicht gänzlich ungeschickt als Jäger. Er will sein Glück versuchen und willigt in den Probeschuss ein. Umso näher der Tag des Probeschusses kommt, desto mehr versagt ihm sein Können. Er verzweifelt und trifft bei einem seiner Schießübungen im Wald einen Invaliden, den „Stelfzfuss“. Wilhelm erzählt ihm seine Geschichte und der Stelzfuss schenkt ihm neue Kugeln, sogenannte „Freikugeln“ mit denen er alles trifft, was er treffen will. Wilhelm probiert es sogleich und es scheint, als sei sein Können zurück gekommen. Er trifft alles – ohne Ausnahme. Der Tag des Probeschusses kommt näher und somit auch die Hochzeit mit Käthchen. Wilhelm versucht mit den Freikugeln so wenig wie möglich zu schießen, aber er wird immer wieder unter Druck gesetzt sein Können schon vorher zu beweisen. So verschießt er auch die letzte Freikugel noch vor dem Probeschuss. Er geht wieder in den Wald, um neue Kugeln von Stelzfuss zu erhalten, aber er findet ihn nicht. Als er sich umhört, wird ihm die Geschichte von den Freikugeln erzählt. Diese erhält man nur, wenn man vor Mitternacht in den Wald geht und dort unter Beschwörung eines Gehilfen des Teufels namens Samiel die treffsicheren Freikugeln selber gießt. Dabei muss beachtet werden, dass von diesen Kugeln, drei Freikugeln der Teufel auf seine favorisierten Ziele lenkt. Wilhelm geht daraufhin in den Wald und gießt innerhalb des gefährlichen Rituals 63 Freikugeln. 60 für ihn und 3 für den Teufel. Der Tag des Freischusses ist gekommen. Der Herzog kommt hinzu und bestimmt das Ziel, welches Wilhelm schießen muss. Er wählt eine Taube aus. In diesem Moment schreit Käthchen auf, Wilhelm soll ja nicht diese Taube schießen, sie habe geträumt, sie sei die Taube und würde danach sterben. Doch der Herzog besteht darauf. Wilhelm schießt und trifft die Taube nicht. Käthchen sinkt tot in sich zusammen. Plötzlich glaubt Wilhelm in dem Herzog den lachenden Stelzfuss zu sehen. Er stürzt sich auf ihn und tötet ihn. Die Eltern von Käthchen sterben daraufhin an ihrer Trauer und Wilhelm „beschloss sein Leben im Irrenhaus“.

So die letzen Worte des Autors… Die ganze Geschichte könnt ihr hier nachlesen.

Der Freischütz, Kupferstich von Johann Axmann, nach Johann Heinrich Ramberg; für die Oper:

Der Freischütz

Gespensterbuch

Das Gespensterbuch erschien von 1811 bis 1815 in fünf Bänden bei einem Leipziger Verlag. Es beinhaltet verschiedene Gruselgeschichten von dem Leipziger Bürgermeisterssohn August Apel und dem Dresdner Friedrich August Schulze, welcher seine Geschichten unter dem Pseudonym Friedrich Laun veröffentlichte. Die Geschichten tragen Namen wie „Der Geist der Verstorbenen“, „Die Verwandtschaft mit der Geisterwelt“, „Das Todesvorzeichen“, aber auch „Der Freischütz“. „Der Freischütz“ basiert auf einer alten Volkssage, befasst sich mit Dämonenbeschwörung und galt nach der Erscheinung im „Gespensterbuch“ als Vorlage für die gleichnamige Oper von Carl Maria von Weber.

Im nächsten Gruselfakt erfahrt ihr mehr über die Geschichte „Der Freischütz“, so viel sei verraten…

Titelkupfer von Band 1 mit einer Szene aus „Der Freischütz“: Gespensterbuch