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Spermien in Pferdemist erzeugen ein Menschenmonsterchen – der Homunkulus

Der Homunkulus (lat. ‚Menschlein‘) bezeichnet einen künstlich geschaffenen Menschen. Die Idee des Homunkulus wurde im Spätmittelalter im Kontext alchemistischer Theorien entwickelt. Häufig erscheint der Homunkulus als dämonischer Helfer magischer Praktiken. Das Motiv des Homunkulus wurde in der Literatur oft aufgegriffen. Die vielleicht bekannteste Verwendung der Homunkulus-Idee findet sich in Goethes Faust II.

Historisches Modell des Homunkulus, Kunstkammer im Landesmuseum Württemberg

Wie wird ein Homunkulus erschaffen?

Genau beschrieben wird die angebliche Herstellung eines Homunkulus in der Schrift De natura rerum (1538), die allgemein Paracelsus zugeschrieben wird. Paracelsus war ein schweizer Alchemist und Arzt, der vermutlich 1493 geboren wurde. In seiner Schrift bekommt auch der Begriff des Homunkulus zum ersten Mal seine alchemistische Bedeutung. Laut Paracelsus kann in künstlicher warm-feuchter Umgebung ein Lebewesen entstehen und wachsen. Paracelsus gibt eine konkrete Anleitung für die Erzeugung eines Homunkulus: Man müsse menschliche Spermien 40 Tage in einem Gefäß im (wärmenden) Pferdemist verfaulen lassen. Was sich dann rege, sei „einem Menschen gleich, doch durchsichtig“. 40 Wochen lang müsse man dieses Wesen dann bei konstanter Wärme mit Menschenblut nähren, und schließlich werde ein menschliches Kind entstehen, jedoch viel kleiner als ein natürlich geborenes Kind.

Das Bild zeigt die Erzeugung des Homunculus in Goethes Faust II. (Darstellung aus dem 19. Jahrhundert)

Barthel Gilles ca. 1966 „Selbstporträt mit Homunkulus“

Quellen:

Alchemie und Hexerei auf der Pfaueninsel in Berlin?

Der Alchemist und Glasmacher Johann Kunckel von Löwenstern wurde vom damaligen Kurfürsten reich beschenkt: 1685 erhielt er für seine Experimente die Pfaueninsel. Die Insel wurde abgeschottet und es ward niemanden -aufgrund der Geheimhaltung- erlaubt, sie zu betreten. Seitdem gingen von der Insel schwarze Rauchschwaden auf und beißende chemische Gerüche wehten in die umliegenden Gebiete. Das war den Bauern rings herum und den Bewohnern Potsdams zur damaligen Zeit unheimlich. Als auch noch vier Jahre später ein Brand die Glashütte und das Laboratorium Kunckels vollständig zerstörte, wurde dahinter finstere Hexerei vermutet und Kunckel ein Pakt mit dem Teufel nachgesagt.

Kunckel ging schließlich nach Schweden und kehrte zu Lebzeiten nicht mehr zur Pfaueninsel zurück. Jedoch soll er als ruhelose, jenseitige Erscheinung mit glühend roten Augen in der Nacht auf der Insel beobachtet worden sein – schenkt man den Erzählungen vor Ort Glauben…

Anbei ein Porträt von Kunckel und seine Arbeit, durch die er Berühmtheit erlangte: Blutrotes Rubinglas

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen (Text und Bilder):

  • http://www.welt-der-legenden.de/der-gefuerchtete-alchemist-von-der-pfaueninsel/
  • http://3.bp.blogspot.com/-PHvwz1FL3BU/ULCvD8W4v9I/AAAAAAAAxIQ/ecRJHmCbcGE/s640/Barockstil+deutsch.jpg
  • http://www.spukorte.de/html/pfaueninsel.html
  • http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6b/Johannes_Kunckel_von_L%C3%B6wenstern_Portrait.jpg