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Zaubersprüche aus Sachsen

Der verstorbene Autor Carly Seifarth hat sich vor über 100 Jahren auf die Suche nach Aberglauben und Zauberei in Sachsen gemacht und ist dabei auch fündig geworden. Einige seiner dokumentierten Zaubersprüche möchten wir euch heute vorstellen.

Hexen hexen Krankheiten

Der Glaube, dass angebliche Hexen anderen Menschen Krankheiten anhexen können, prägte unser Land vor allem in der Frühen Neuzeit (Epoche zwischen dem Mittelalter und der Moderne). Im sächsischen Frankenberg, welches ungefähr 100 km im Südwesten von Leipzig liegt, wurden um 1850 Zauberformeln handschriftlich niedergeschrieben. Diese Zauberformeln sollten den Zweck haben, jemanden Ungeliebten eine Krankheit anzuhexen. Folgende Zauberformel soll der verhexten Person die Lebenskraft entziehen:

Ich [Name einsetzen] tue dich anhauchen,
Drei Blutstropfen tue ich dir entziehen,
Den ersten aus deinem Herzen,
Den andern aus deiner Leber,
Den dritten aus deiner Lebenskraft,
Damit nehme ich dir deine Stärke und Manneskraft.

Hans Thoma (1839-1924) "Die Hexe"

„Die Hexe“ von Hans Thoma (1839-1924)

Zauberei gegen den Alb

Habt ihr euch vielleicht schon einmal gefragt, woher der Begriff Albtraum (manchmal auch Alptraum geschrieben) kommt? Schuld ist der Nachtalb. Ein Nachtalb ist eine späte Bezeichnung für ein Fantasie- und Sagenwesen, das ursprünglich „Mahr“ hieß und in der Nacht auf Menschen lastet, ihnen Grauen einflößt und somit Albträume verursacht. Bei einem Nachtalb handelt es sich gewöhnlich um ein kleines schwarzes Wesen, das schlafende Menschen und Haustiere anfällt, selten auch Sachen. Es dringt durch Schlüssel- oder Astlöcher ein. Der Anfall ist mit Angstzuständen und Atemnot verbunden.

Ungefähr 70 km südlich von Leipzig liegt die Gemeinde Hartmannsdorf, in der Seifarth einen Zauberspruch gegen den Alb ausmachen konnte.

Alb weiche,
Alle Berge steige,
Alle Wasser wate.
Alle Blätter blate

„Nachtmahr“ von J. H. Füssli um 1781

„Nachtmahr“ von J. H. Füssli um 1781

Der Krankheitsdämon in Wurmgestalt

Seifahrt schreibt, dass die häufigste Dämonenfigur die Form eines Wurmes trägt. Das liegt daran, dass die Menschen durch einfache Beobachtung Wurmparasiten beim Schlachten von kranken Tieren festgestellt haben. Beim Menschen sah man krankheitsverursachende Würmer in Wunden oder Geschwüren von Augen.

Den Zauberspruch, welchen Seifahrt in Plauen im Voigtland gegen den Dämon in Wurmgestalt gefunden hat, vermischt Gottes- und Aberglaube. Er hört sich fast wie ein Gebetstext an.

Herr Christus ging in den Acker,
Er ackerte drei Würmer aus.
Der eine sah weiß,
Der andere schwarz,
Der dritte Rot,
Der machte die anderen tot.
Das zähl ich dir zu gut,
An deinem Fleisch und Blut.
Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes
[und des heiligen Geistes.]

Quellen:

Der Nachtalb, er verfolgt dich bis in deine Träume

Habt ihr euch vielleicht schon einmal gefragt, woher der Begriff Albtraum (manchmal auch Alptraum geschrieben) kommt? Schuld ist der Nachtalb. Ein Nachtalb ist eine späte Bezeichnung für ein Fantasie- und Sagenwesen, das ursprünglich „Mahr“ hieß und in der Nacht auf Menschen lastet, ihnen Grauen einflößt und somit Albträume verursacht. Bei einem Nachtalb handelt es sich gewöhnlich um ein kleines schwarzes Wesen, das schlafende Menschen und Haustiere anfällt, selten auch Sachen. Es dringt durch Schlüssel- oder Astlöcher ein. Der Anfall ist mit Angstzuständen und Atemnot verbunden.

Der Nachtalb sitzt, hockt oder liegt meistens in der Nacht auf den schlafenden Menschen. Er quält den Schlafenden, drückt ihn oder presst ihm die Kehle zusammen, so dass der Mensch ächzend und stöhnend aufwacht und Angst hat zu ersticken.

In manchen Geschichten hat der Nachtalb einen deutlich erotischen Charakter. Es wird von Geschlechtsverkehr zwischen Mensch und Alb berichtet. Der Alb gehört zusammen mit dem Werwolf zu den Einzelgängerwesen, die ihre Gestalt verändern können. Ein Alb bringt Krankheiten und in manchen Gegenden Skandinaviens sind die Grenzen zu Hexen, Wesen, die Müttern die Muttermilch stehlen, Wiedergängern und Gespenstern fließend. Das Motiv ist vorchristlich und international.

„Nachtmahr“ von J. H. Füssli um 1781

Quellen