Schlagwort-Archive: 1589

Der Werwolf von Bedburg

Bedburg ist eine Stadt im Rheinland in Nordrhein-Westfalen mit heutzutage rund 25.000 Einwohnern. Am 31. Oktober 1589 wurde dort der Bauer Peter Stump, auch Stüpp oder Stuppe-Peter genannt, hingerichtet. Der Henker räderte ihn. Danach wurde er enthauptet und sein Leichnam verbrannt. Über 4.000 Menschen waren als Zuschauer bei der Hinrichtung dabei. Was hatte Peter Stump verbrochen, damit ihn solch arge Strafe ereilte?

Alles begann mit Gerüchten

Zunächst wird hinter Peter Stumps Rücken gesprochen. Er soll eine mysteriöse Krankheit haben, welche sogar noch schlimmer wird, nachdem seine Frau gestorben ist. Außerdem habe Stump auf seinem Hof in Epprath, unweit von Bedburg, einen übergroßen Wolfspelz. Damals gilt der Wolf als dämonisch und teuflisch. Stump holt seine nahe Verwandte Katharina Stump auf den Hof. Die Gerüchteküche im Dorf brodelt. Und es wird noch schlimmer, als Stumps Tochter Sybilla schwanger wird. Die Dorfgemeinschaft spricht nun von Inzest: Stump muss seine Tochter geschwängert haben! Immer wieder wird von Hexerei und Zauberei in Zusammenhang mit Stump gesprochen.

Seltsame Vorfälle in der Gegend

Im Laufe von 25 Jahren verschwinden Menschen und Morde geschehen in der Gegend. Mehrere Kinder sterben. Auch Peter Stumps Sohn wird ermordet. Schnell ist die Rede von einem Werwolf der sein Unwesen in und um Bedburg treibt. Stump ist zu diesem Zeitpunkt bereits ein Außenseiter.

Peter Stump der Werwolf

Stump wird schließlich nachgesagt vom Teufel persönlich einen Werwolfsgürtel erhalten zu haben – womit er sich jederzeit in einen Werwolf verwandeln konnte. Als Werwolf soll er so innerhalb der 25 Jahre mehrere Kinder getötet und teilweise gegessen haben. In der Gegend wurde auch öfter ein übergroßer Wolf gesehen, dem eine Pfote im Kampf abgehakt wurde. Als die Dorfbewohner schließlich auf Stumps Hof kamen, soll ihm eine Hand gefehlt haben.

Die Verurteilung

Am 28. Oktober 1589 wird Stump in Bedburg als Werwolf verurteilt. Ihm wird vorgeworfen in einem Zeitraum von 25 Jahren in der Gestalt eines Werwolfes mindestens 16 Menschen ermordet zu haben. Außerdem soll er Frauen in der Gegend vergewaltigt und Inzest betrieben haben. Des Weiteren wurden ihm Zauberei und das Zusammenleben mit einer „Teufelin“ vorgeworfen. Stump wird schließlich gefoltert. Unter Folter gesteht er alle Vorwürfe und wird hingerichtet.

Darstellung Lukas Mayer (1589) der Hinrichtung von Peter Stump

Die Darstellung von Lukas Mayer (1589) zeigt Stumps Werdegang. Ganz links ist er als Werwolf zu sehen. Danach wird der Ablauf seiner Hinrichtung gezeigt.

Wollt ihr noch mehr über den Werwolf wissen?

Dann legen wir euch folgenden Podcast ans Herz:

Hoaxilla #113 – ‚Der Werwolf von Bedburg‘

Quellen: