Wer verbirgt sich hinter den Guglmänner? Und was wollen sie?

„Guglmänner“ wurden ursprünglich die Begleiter eines Trauerzuges genannt. Der Begriff „Gugl“ oder „Gugel“ hat sich im Hochmittelalter entwickelt und stellte damals eine Kopfbedeckung dar. Je wohlhabender ein Verstorbener zu Lebzeiten war, desto mehr Kapuzenträger wurden von seinen Angehörigen für das Trauergeleit zum Friedhof aufgeboten. Man pflegte dafür zum Beispiel Bettelmönche gegen ein geringes Entgelt anzuheuern. Doch seit etwa Ende der 1990er Jahre ist damit meist ein bayerischer Geheimbund gemeint, dessen Mitglieder sich als Hüter der Monarchie verstehen und zum Weiterleben der Verschwörungstheorien und Legenden um den Tod König Ludwigs II. von Bayern 1886 beitragen. Bei öffentlichen Auftritten, einer Tradition bei den Bestattungen der bayerischen Könige nachempfunden, tragen sie eine den Kopf völlig verhüllenden Kapuze – die Gugl. Ihr Wahlspruch lautet mit Bezug auf den Verstorbenen Media vita in morte sumus, übersetzt: „Inmitten des Lebens sind wir vom Tode umfangen“. Die Guglmänner erregten Aufmerksamkeit im Juni 1999 zum 113. Todestag Ludwigs II., als sie in ihren Kutten und mit vor der Brust gekreuzten Fackeln trotz des Vermummungsverbots unbehelligt durch die Straßen Münchens zogen. Die „neuzeitlichen“ Guglmänner gruppierten sich vermutlich 1998 zum 112. Todestag König Ludwig II. und sind letztendlich die konsequente Fortführung der von König Ludwig II. gegründeten Coalition – ein königlicher Geheimbund, dessen Aufgabe es war, vom Verborgenen aus die Presse bezüglich der öffentlichen Meinung über den König zu überwachen, feindlich gesinnte Personen und Vereine zu unterdrücken, gegen den Geist der Neuzeit (Abschaffung der Monarchie) zu agieren und schließlich eine Art Leibgarde für den König zu sein. Durch diese Medienpräsenz wollen sie ihre Theorie der Ermordung Ludwig II. durch den preußischen Geheimdienst einem breiten Publikum präsentieren.

Anbei zwei Bilder von den Guglmännern. Ein Foto (2011) und eine zeitgenössische Darstellung (1886) der Guglmänner im Leichenzug Ludwig II.:
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