Warte, warte ein Weilchen – Haarmann kommt mit dem Hackebeilchen

Fröhlich gestimmte Musiker, die über einen grausamen Mörder singen…

Über Fritz Haarmann – Die Bestie von Hannover!

„Warte, warte nur ein Weilchen,
bald kommt Haarmann auch zu dir,
mit dem kleinen Hackebeilchen,
macht er Schabefleisch aus dir.
Aus den Augen macht er Sülze,
aus dem Hintern macht er Speck,
aus den Därmen macht er Würste
und den Rest, den schmeißt er weg.“

In Hannover an der Leine,
Rote Reihe Nummer 8,
wohnt der Massenmörder Haarmann,
der schon manchen umgebracht.
Haarmann hat auch ein’ Gehilfen,
Grans hieß dieser junge Mann.
Dieser lockte mit Behagen
alle kleinen Jungen an.

Fritz_Haarmann

Fritz Haarmann wurde am 25. Oktober 1879 in Hannover geboren. Er war ein Serienmörder, der wegen Mordes an 24 Jungen und jungen Männern im Alter von 10 bis 22 Jahren am 19. Dezember 1924 zum Tode verurteilt wurde. Er wird auch Der Vampir, Der Schlächter oder Der Werwolf von Hannover genannt.

Wie kam man dieser Bestie von Hannover auf die Spur? Zwischen Mai und Juni 1924 fanden Kinder fünf menschliche Schädel in der Leine. Nach gerichtsmedizinischen Untersuchungen stammten sie von jungen Männern und wurden vermutlich mit einem Messer vom Körper abgetrennt. Beim Fund des vierten Schädels am 13. Juni 1924 kamen die Ermittlungen in Richtung eines Serienmörders ins Rollen. Die Mordkommission der hannoverschen Kriminalpolizei schloss ein Raubmotiv aus und vermutete einen homosexuellen Täter. Der Polizei waren in der Stadt etwa 30 Männer bekannt, die dafür infrage kamen, darunter Haarmann. Schon früher stand Haarmann unter Mordverdacht. Am 22. Juni wurde er wegen Bedrohung eines Jugendlichen verhaftet. Als die Polizei am am darauffolgenden Tag seine Wohnung aufsuchte, fand sie etliche, teilweise blutbefleckte Kleidungsstücke junger Männer. Daraufhin wurde Haarmann weiterhin in Haft gehalten. Schließlich gestand er Tötungen, aber widerrief sie sofort wieder. Um ein Geständnis zu erlangen, wurde Haarmann in einer präparierten Haftzelle angekettet. Unter der Decke waren von der Polizei in jeder Ecke der Zelle Bretter angebracht, auf die Schädel platziert wurden. Ihre Augenhöhlen waren mit rotem Papier ausgekleidet. Die Schädel wurden dann von hinten beleuchtet. Außerhalb der Reichweite der Kette wurde ein Sack mit Gebeinen der Leichen aufgestellt. Die Polizisten sagten Haarmann, dass die Seelen der Verstorbenen ihn jetzt holen würden, wenn er nicht geständig werde. Und er wurde geständig. Haarmann wurde am 15. April 1925 mit dem Fallbeil hingerichtet.

Vielen Dank an unseren Gruseltour-Gast, der im Rahmen einer Firmenfeier mit seinen Kollegen bei der Gruseltour war und uns auf das Leben von Fritz Haarmann aufmerksam gemacht hat. Unser Guide wird nie vergessen, als der Herr plötzlich angefangen hat, ein Gedicht aufzusagen, ganz leise und doch sehr selbstsicher: „Warte, warte nur ein Weilchen, bald kommt Haarmann mit dem Hackebeilchen…“

Quellen:

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Haarmann
  • https://www.youtube.com/watch?v=8vYvzZLRYJQ
  • http://www.klausenkultur.de/hannoversches/„in-hannover-haben-sie-einen-gekriegt-der-hat-vielen-jungen-leuten-die-kehle-durchgebissen-“ (Bild)