Von Beruf Kobold

Was verstehen wir unter einem Kobold? Wahrscheinlich verbinden wir mit einem Kobold ein kleines Wesen, vielleicht mit einem großen Kopf und einer unförmigen Nase, der dem Menschen gerne Streiche spielt. Aber wir verbinden es nicht mit einem Hausverwalter. Dabei ist er genau das!

Der Kobold in Gestalt eines Kindes hilft einer Frau in der Küche – Gustave Doré – Im Buch: La Mythologie du Rhin von X.-B. Saintine, S. 288.

Begriffsherkunft

„Kobold“ ist ein Begriff für Haus- und Naturgeister. Bei dem mittelhochdeutschen kóbolt oder kobólt handelt es sich wahrscheinlich um eine verdunkelte Zusammensetzung, deren erster Teil sich etymologisch von kobe (= Hütte, Stall, Verschlag) ableitet, während der zweite Bestandteil zu hold (= erhaben, gut, wie in „Unhold“ oder „Frau Holle“) oder zu walten (= herrschen, besitzen) gehören kann. Demnach bedeutet der Name also eigentlich „Hausverwalter, Haushüter“.

Lebensinhalt und Aufgaben eines Kobolds

Der Kobold, als Hausgeist, beschützt das Haus, neckt seine Bewohner aber gern. Jedoch neckt er sie so, dass diese davon keinen Schaden nehmen. Er sieht sich selber als Stellvertreter des Hausherren und achtet auf Sitte und Anstand. Der Kobold bestraft alle, die die Hausregeln missachten. Er sorgt sich um die Bewohner des Hauses und pflegt den Garten oder den Hof.

Reichtum durch einen Kobold

Wenn nun früher ein Bauer schnell zu Reichtum kam, dann ging das Gerücht herum, ein Kobold sei an dessen Hofe. Der Volksglauben besagt, dass Besitzer von Kobolden oft wohlhabend werden, jedoch nicht sterben können, bevor sie den Kobold an eine andere Person abgegeben haben. Der Besitzer eines Koboldes sollte ihm in der Nacht als Dank ein Schälchen Milch oder eine andere Nahrung hinstellen. Dies ist eine Opferhandlung an den Kobold.

Volksglaube

Höchstwahrscheinlich glaubten schon vor der Christianisierung die Menschen an Kobolde. Ein Kobold wäre folglich ein Überbleibsel heidnischen Glaubens. Im 13. Jahrhundert finden sich die ersten Schnitzereien mit Koboldfiguren. Bauern schnitzten diese Figuren und brachten sie an ihre Häuser an.

Quellen: