Schauriges aus alten Stadtchroniken

Am 11. September 1767 wurde in der sächsischen Stadt Weißenberg eine Hinrichtung angesetzt. Ein Pferdedieb sollte am Galgen sein Leben lassen. Sein Verhalten nach der Festnahme im Gefängnis war tadellos und deshalb wurde ihm erlaubt, ohne Fesseln auf den Galgen zuzuschreiten. Kurz vor seiner Hinrichtung gab er seine letzte Bitte ab. Er wollte seiner Mutter vor seinem Ableben noch etwas sagen, sonst könne er nicht in Ruhe sterben. Seine Mutter wurde also zum Galgen geführt. Woraufhin er zu ihr sagte: „Seht euren Sohn, welchen ihr durch eine schlechte Erziehung und böse Beispiele unglücklich gemacht habt. Und empfangt noch zuletzt den Lohn von ihm!“ In seiner Hose hatte er ein großes Messer versteckt, was er nun hervorzog und stieß es zuerst seiner Mutter durch die Brust und danach sich. Beide wurden vom Richtplatz weggebracht. Der zu Tode verurteilte junge Mann starb innerhalb von einer Stunde an seiner Verletzung. Seine Mutter überlebte das Attentat.

Galgen

Holzschnitt von einem Galgen um 1500 – Ullstein Bild

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