Massengrab mitten in Berlin Friedrichshain

Ab dem 30.11.2016 häuften sich in den Berliner Medien etliche Berichte über ein Massengrab mitten in der Innenstadt.

Bauarbeiter stoßen auf menschliche Gebeine

Laut der Berliner Zeitung will ein Hamburger Bauherr in Berlin Friedrichshain 400 neue Eigentums- und Mietwohnungen bauen. Doch beim Ausheben des Bodens stoßen die Bauarbeiter auf menschliche Skelette. Es sollen auf einem Gelände von ungefähr 17.500 Quadratmeter bis zu 4.000 menschliche Gebeine liegen. Der Bauherr informiert daraufhin die Landesdenkmalbehörde.

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Zeichnung eines Skeletts fotografiert von der University of Liverpool Faculty of Health & Life Science @Flickr CC BY-SA 2.0

Ein vergessener Armenfriedhof mitten in Friedrichshain

Nach Recherchen wird deutlich, dass es sich um einen vergessenen und verschütteten Armenfriedhof handelt. Vor rund 150 Jahren hinterließ die Cholera schlimme Spuren in Berlin und viele Menschen mussten ihr Leben lassen. Ab 1831 fanden dann arme Berlinerinnen und Berliner ihre letzte Ruhe auf diesem Friedhof. Namenlos wurden sie beigesetzt. Berlin oder die Kirchengemeinde trugen für die Beisetzungen die Kosten. Der Armenfriedhof wurde 1879 geschlossen. In den darauffolgenden 140 Jahren und die zwei Weltkriege ging das Wissen über den Friedhof verloren.

Umbettung der Skelette

Neben der Landesdenkmalbehörde wurde auch eine Berliner Grabungsfirma beauftragt. Sie soll die Gebeine umbetten. Solange stehen die Bauarbeiten still. Der Bauherr übernimmt dafür die Kosten. 2017 soll dann schließlich mit dem Bau der Wohnungen begonnen werden.

Ein Foto von den Skeletten in Friedrichshain findet ihr auf der Seite der Berliner Zeitung.

Quellen: