Hokuspokus – eine „heilige“ Zauberformel

Jeder kennt das Zauberwort Hokuspokus, aber woher kommt es und was hat es zu bedeuten?

Ein Poster für eine Zaubershow @flickr von PhotoAtelier

Keine schwarze Magie, dafür aber sehr heilig

Eine weitverbreitete Theorie sieht einen Zusammenhang mit der heiligen Messe in der katholischen Kirche. Worte des Priesters können während der Messel „Hoc est enim corpus meum“ sein. Zu deutsch bedeutet dies: „Dies ist mein Leib.“ Gemeint ist der Leib Christi. Die Menschen in der Kirche, die kein Latein verstanden, hörten nur so etwas wie „Hokuspokus“.

Andere vermuten in diesem Zusammenhang eine absichtliche Verballhornung der Liturgie durch Teile der reformatorischen Kirchen, die bestrebt waren, das Latein in den Gottesdiensten durch die regionale Sprache abzulösen.

Von der heiligen Messe über die Trickbetrügerei zur Zauberformel

Doch warum ist das Wort Hokuspokus heutzutage eine Zauberformel?

1634 erschien in London eine Schrift mit dem Titel: Hocus Pocus junior. The anatomic of legerdemain von Elias Piluland. Leger de main, wörtlich ›aus der Hand lesen‹, steht für Trickbetrügerei jeder Art. Im Jahr 1667 wurde das Buch unter dem Titel Hocus Pocus junior oder Taschen-Spiel-Kunst ins Deutsche übersetzt.

Hocus Pocus junior heißt hier offenbar so viel wie ›jüngerer Taschenspieler‹ oder ›Sohn des Taschenspielers‹: Der Verfasser will andeuten, dass es sich bei der Taschenspielerkunst um eine Kunst mit Tradition handelt, in der es bereits einen Vorläufer (den Hocus Pocus senior) gibt. Tatsächlich zeigen frühe Belege für Hokuspokus das Wort mehrfach in der Bedeutung ›Zauberkünstler, Taschenspieler‹. Berichtet wird unter anderem von einem Gaukler zur Zeit König Jakobs I. von England, der sich selbst The Kings Majesties most excellent Hocus Pocus genannt haben soll. Der Künstlername sei darauf zurückzuführen, so heißt es, dass er bei jedem Trick die Formel Hocus pocus, tontus talontus, vade celeriter jubeo verwendet habe: „a dark composure of words, to blinde the eyes of the beholders“ („eine dunkle Ansammlung von Wörtern, um die Augen der Zuschauer blind zu machen“).

Quellen: