Heute auf den Tag vor 350 Jahren in Rostock…

…brennt vor dem Rostocker Steintor ein Scheiterhaufen. Eine angebliche Hexe wird dem Feuer übergeben und somit hingerichtet.

Doch wie kam es dazu?

Anna Fincke (geb. Gribbenis) ist zu dem Zeitpunkt ungefähr 60 Jahre alt. Das Gerücht, sie könne zaubern, hält sich hartnäckig. Außerdem habe sie zwei schwarze Katzen und Vieh stirbt in ihrer Umgebung. Eine Frau aus der Umgebung ist bereits wegen Hexerei angeklagt und sie benennt, wahrscheinlich unter Folter, Anna Fincke als eine weitere Hexe. Deshalb wird Anna festgenommen. Nach neun Tagen beginnt der Gerichtsprozess, welcher acht Monate dauern wird.

Ein Hexenritual

Ein Hexenritual – Foto von freestocks.org auf Unsplash

Ihr vorbildliches christliches Leben gegen all die Gerüchte

Annas Familienangehörige und die Dorfbewohner werden befragt. Immer wieder wird bestätigt, dass Anna ein vorbildliches christliches Leben führt. Sie sei regelmäßig zur Kirche gegangen und ist eine gläubige Christin. Während des Gerichtsprozesses beteuert Anna ihre Unschuld. Doch andere Zeugenaussagen belasten sie schwer.
Deshalb wird sie auf die Folterbank gelegt, ausgepeitscht, genagelt und mit brennendem Schwefel beschüttet. Die Schmerzen sind nicht zu ertragen und so gesteht sie alles. Denn sterben ist besser, als diese nicht endende Folter.

So ist Annas Schicksal besiegelt und für alle klar. Anna ist eine Hexe und ist einen Pakt mit dem Teufel eingegangen. Damit hat sie sich von Gott abgewendet und muss sterben. Auch wenn sie in nachfolgenden Verhören ihr Schuldbekenntnis widerruft, wird sie am 15.10.1667 vor dem Rostocker Steintor auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
In Mecklenburg-Vorpommern wurde die letzte Hexe 1697 bei Doberan verbrannt.

Quellen:

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