Erwartet euch Gevatter Tod im Rapsfeld?

Zurzeit blüht wieder der Raps und erstrahlt weite Felder mit seiner goldenen Farbe. Was kann an einem so schönen Anblick schon gefährlich sein?

Rapsfeld in Leipzig – Eigenes Foto 05.2017

Doch es gibt ein Sprichwort: „Wer einmal in einem Rapsfeld einschläft, steht nicht mehr auf“.

Angeblich soll der blühende Raps einen Duft ausströmen, der einen zunächst bewusstlos macht und schließlich tötet, wenn man sich länger im Rapsfeld aufhält. Was ist da dran?

Raps kann töten

Bis zu den 1970er Jahren konnte man Raps kaum als Lebens- und Futtermittel verwenden, denn er enthielt erhebliche Mengen an schädlichen Inhaltsstoffen (einfach ungesättigte Erucasäure und Glucosinolate). Erucasäure verursacht Organschäden und Herzprobleme bei Menschen und Säugetieren. Aufgrund der Glucosinolate durften Raps-Pressrückstände nur zu geringen Anteilen im Tierfutter sein. Zudem verändern Glucosinolate die Schilddrüse. Außerdem entstanden im Pressrückstand Senföle, die beim Tier Verdauungsstörungen hervorrufen, Hühnereier erhalten einen Fischgeschmack.

Bei wiederkäuenden Tieren, die den Raps damals gefressen haben, konnte Raps im Pansen eine schädliche Wirkung entfalten und zur „Kohl-Anämie“ führen, einer lebensbedrohenden Blutarmut.

Seit Mitte der achtziger Jahre aber wird vorwiegend der so genannte 00-Raps angebaut (sprich: „Doppel-Null-Raps“), eine Variante, bei der durch Züchtung der Anteil an Senfölen reduziert wurde. Jedoch kommt es insbesondere in Wintermonaten zu einer erhöhten und teilweise ausschließlichen Aufnahme dieses Rapses beispielsweise beim Reh. Der Raps führt dann bei Rehen zu schweren Verdauungsstörungen wie einer schaumigen Gärung des Panseninhalts. Dies allein führt bei vielen Rehen bereits zum Tod.

Eine Nacht im Rapsfeld

Für Menschen geht vom Rapsfeld aber keine Gefahr aus. Sie könnten bedenkenlos im Rapsfeld übernachten. Vielleicht sollte man dies aber trotzdem nicht machen – dem Bauern zuliebe und aus Vorsicht vor den Mähdreschern ;-)

Quellen: