Die Pest und ihre schaurigen vogelartigen Gestalten

Der „Schwarze Tod“, wie die Pest auch genannt wird, wütete in Deutschland von 1349 bis 1353. Die Ärzte dieser Zeit standen der für sie rätselhaften Krankheit ratlos gegenüber – das Prinzip der Ansteckung war der Medizin unbekannt. Eine Ansteckung von Tier zu Mensch war gänzlich unvorstellbar. Es wurde angenommen, dass faul riechende Winde die Krankheit aus Asien nach Europa trügen oder dass sie durch Dämpfe aus dem Erdinneren verursacht würde.

Seltsame Tipps verbreiteten sich, um sich nicht mit der Pest anzustecken. So sollten beispielsweise die Fenster nur nach Norden geöffnet werden, Schlaf zur Tageszeit sowie schwere Arbeit sollte den Ausbruch einer Seuchenerkrankung fördern und sollte vermieden werden. Als gefährlich galten feuchtschwüles Klima und Südwind, die Luft über stehenden Gewässern aller Art. Die Seuche würde durch die Schönheit junger Mädchen angezogen, hieß es. Tatsächlich jedoch starben mehr Männer als Frauen, mehr Junge als Alte.

Die Pest flackerte in den Folgejahren immer wieder in einzelnen Regionen Europas auf. In lokalen und regionalen Epidemien suchte sie die nächsten drei Jahrhunderte in nahezu regelmäßigen Abständen europäisches Gebiet heim.

Die Bilder zeigen eine Pesthaube aus dem 17. Jahrhundert. In dem schnabelartigen Fortsatz befanden sich Kräuter oder Essigschwämme zum Filtern der Luft. Das andere Bild zeigt einen Pestarzt in seinem vollständigen Gewand. Er ähnelt dabei einer Vogelgestalt, deshalb auch „Doctor Schnabel“.

PestmaskePestarzt

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