Die mumifizierte Hand in der Kirche

In der Gemeinde Lunow-Stolzenhagen in Brandenburg steht die Feldsteinkirche. Die Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert wurde aber seitdem fast komplett umgebaut. In der Kirche wird in einer Altarnische eine mumifizierte Hand aufbewahrt. Mittlerweile gibt es keine Quellen mehr, die besagen, woher diese vertrocknete menschliche Hand stammt und wie sie in die Kirche gelangt ist. Die Hand ist mehrere hunderte Jahre alt. Das Institut für Rechtsmedizin der Martin Luther Universität Halle-Wittenberg hat bestätigt, dass es sich um eine männliche Hand handelt.

Die mumifizierte Hand in der Feldsteinkirche

Die mumifizierte Hand in der Feldsteinkirche

Die Sage um die mumifizierte Hand

Weil es keine Quellen gibt, ranken sich Sagen und Mythen um die mumifizierte Hand in der Feldsteinkirche. Eine Sage erzählt von einem gottlosen jungen Mann, der seinen Vater geschlagen haben soll. Da er das vierte Gebot „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren“ gebrochen hatte, ereilte ihn bald seine Strafe. Er starb kurz darauf. Schließlich wurde er begraben. Jedoch blieb die Hand, mit der er den Vater geschlagen hatte, nicht unter der Erde, sondern ragte aus dem Grab hervor. Immer wieder versuchte man die Hand unter die Erde zu bringen, aber sie kam stets hervor. Das Dorf war sich einig: Die Hand musste abgehackt werden. So konnte man die Hand als ewige Warnung für die Kinder, die Eltern zu ehren, in der Kirche aufbewahren.

War die Hand ein „Leibzeichen“?

Ein Leibzeichen diente mittelalterlichen Gerichten, dazu Mörder anzuklagen. Wurde ein Mord verübt und der Mörder unklar, so wurde dem Opfer eine Hand oder ein Finger abgetrennt. Diese wurde dem Gericht vorgelegt. Eine abgetrennte Hand oder ein abgetrennter Finger des Opfers sollte dem Gericht zur Entscheidungsfindung dienen und helfen den Mörder zu bestimmen. Der restliche Leichnam wurde bestattet.

Die Hand in der Feldsteinkirche wurde nicht brutal abgehakt, wie man es nach mittelalterlichen Recht mit Dieben oder Verbrechern tat, sondern säuberlich am Handwurzelknochen abgetrennt. Das könnte ein Indiz für ein Leibzeichen sein.

Quellen: