Die Korndämonen

Als Korndämonen werden laut altem deutschen Volksaberglaube übernatürliche Wesen bezeichnet, die sich im Kornfeld oder anderen Pflanzungen wie Flachs, Bohnen, Mohn usw. aufhalten. Nach dem Aberglaube wird die Anwesenheit der Dämonen im Feld am im Wind wehenden Korn festgemacht. Menschen, die nahe am Feld vorbeilaufen oder sogar in das Feld gehen, werden von den Korndämonen geschnappt, entführt und im schlimmsten Falle sogar verspeist.

Wahrscheinlich diente der Aberglaube dazu, Fremde aber vor allem Kinder vom Feld und der Ernte abzuhalten, da die Feldfrüchte möglicherweise durch das Betreten zerstört werden konnten.

Körndämonen haben viele Gestalten

Körndämonen oder Korngeister können viele Gestalten annehmen:

Roggenwolf

Verschiedene Sprichwörter des 19. Jahrhunderts charakterisieren den Roggenwolf als unersättlich und gefräßig bis hin zur Bewegungsunfähigkeit als Folge des unmäßigen Schlingens. Auch ist er aggressiv. Der Roggenwolf heult und brüllt in seiner Gier nach Futter. Der Roggenwolf ist ein Windgeist. Er trägt davon auch den Namen Windwolf. Besonders, wenn der Wind die Getreideähren in wellenförmige Bewegung bringt, hieß es, der Wolf gehe durch oder über das Korn, sei im Korn oder jage die Schafe im Korn. Manchmal geht auch die Rede von mehreren Wölfen, die sich im Korn jagen. Das Heulen des Windes soll durch den Roggenwolf hervorgerufen werden. Der Roggenwolf tritt auch als Verkörperung der rauen Luft, des Nebels und des Regens auf.

Habergeiß

Die Habergeiß ist eine Dämonengestalt in Form einer Ziege mit Pferdehufen oder eines Vogels, der entweder die Stimme einer Ziege hat oder in einer anderen Weise verunstaltet ist. In der Volkssage wird die Habergeiß meist als dreibeiniger Geißbock mit glühenden Augen und langem Bart beschrieben. In einigen Sagen besitzt dieser Geißbock kein Fell, sondern ein Gefieder. Die Habergeiß zu sehen gilt als böses Omen.

Habergeiss

Die Habergeiß ist ein Korndämon. Das Bild zeigt die Habergeiß bei einem Faschingsumzug in Innsbruck.

Roggenmutter, Roggenmuhme oder auch Kornmutter

Die Kornmutter zieht über die Getreidefelder dahin, in ihrer Begleitung sind Hunde und sie selbst vermag die Gestalt eines Wolfes anzunehmen, was an die Wilde Jagd erinnert.

Die Kornmutter soll feurige Finger haben und mit glühenden Eisenspitzen versehene Brüste haben, die so lang sind, daß die Kornmutter sie über ihre Schultern werfen kann. Dieses Merkmal hat sie mit vielerlei weiblichen Alben gemein und erinnert als Symbol der nährenden Erdmutter an die vielbrüstige Artemis.

Anbei noch ein kleines Video, um ein einen Eindruck von der Roggenmuhme zu verschaffen:

Quellen: