Die Heiligenbrücke – ein unheiliger Ort!

Laut der Leipziger Sage soll genau an dieser Brücke eine Todesstrafe vollzogen worden sein!

Im 14. Jahrhundert soll ein Leipziger Kaufmannsehepaar lange kinderlos geblieben sein, bis sie schließlich Zwillinge bekamen: Maria und Katharina. In ihren Gebeten hatten die Eltern bei Geburt eines Kindes versprochen, dieses ins Kloster zu schicken – die Wahl fiel auf Maria. Katharina wurde zu Verwandten nach Altenburg geschickt. Maria litt sehr als Nonne und verliebte sich in einen jungen Mann, den sie vom Klostergarten aus gesehen hatte. Sie lernten sich kennen und bald war der Entschluss zur Flucht gefasst. Der junge Mann half dabei und versteckte Maria. Die Äbtissin des Klosters wollte die entflohene Nonne finden und sie bestrafen. Zur gleichen Zeit floh auch Katharina aus Altenburg von ihren Verwandten, da sie einen Mann hätte heiraten müssen, den ihre Verwandten für sie ausgesucht hatten. Die Ähnlichkeit der Zwillinge führte dazu, dass Katharina ergriffen wurde. Das Urteil der Äbtissin für die Flucht lautete Todesstrafe! Nur wenige Tage später wurde Katharina deswegen in der Elster an genau dieser Brücke ertränkt. Als ihre Schwester Maria davon erfuhr, war Katharina schon längst tot. Sie ging seit dem jeden Tag zur Brücke und betete für ihre ermordete Schwester, bis sie selbst, den Kräften fern, dort starb. Bald sprach man von den beiden Schwestern wie von Heiligen, deswegen wurde die Brücke zur „Heiligenbrücke“.

Die Heiligenbrücke ist die Überquerung des Elstermühlgrabens im Südwesten von Leipzig und verläuft zwischen der Moschelesstraße und dem Luz-Long-Weg.

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