Die dunkle Vergangenheit der Beelitzer Heilstätten

Die Beelitzer Heilstätten liegen von dichten Wäldern umgeben im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Zwischen 1898 und 1930 fungierten sie als Lungenheilstätten und bildeten einen der größten Krankenhauskomplexe im Berliner Umland. Das komplette Areal mit ungefähr 60 Gebäuden erstreckte sich auf über 200 ha. Die Landesversicherungsanstalt ließ 1898 die Heilstätten mit dem Ziel errichten, endlich die in der Stadt ausgebrochene und hochansteckende Tuberkulose in den Griff zu kriegen. Zur Zeit der Inbetriebnahme waren die Heilstätten ein sehr moderner Komplex mit bis zu 1.200 Betten. Der Krankenhauskomplex war aufgeteilt in ansteckende und nicht ansteckende Krankheiten, sowie nach Geschlechtern, in Gebäude für männliche und weibliche Patienten. Mittlerweile ist das Gelände denkmalgeschützt. Das Klinikareal steht also weiterhin, wurde aber teilweise durch Vandalismus grob zerstört. In den verlassenen Gebäuden und Räumen finden sich jedoch immer noch Krankenhausgerätschaften – vom OP-Saal bis hin zum Krankenbett.

Großer Saal

Großer Saal in einem Gebäude der Beelitzer Heilstätten @Flickr von tomt6788

Die Beelitzer Heilstätten im Ersten und Zweiten Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg wurden die Heilstätten zweckentfremdet und dienten als Lazarett und Sanatorium für erkrankte und verwundete Soldaten. Unter den rund 17.500 Soldaten, die zwischen 1914 und 1918 in Beelitz untergebracht wurden, befand sich vom 9. Oktober bis zum 4. Dezember 1916 auch der Gefreite Adolf Hitler. Wie viele Soldaten in den Heilstätten verstorben sind, liegt im Dunkeln.
Auch während des zweiten Weltkrieges mussten die Heilstätten wieder als Lazarett herhalten. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Komplex zum militärischen Sperrgebiet und von der Sowjetarmee besetzt. Er war damals das größte russische Militärhospital außerhalb der Sowjetunion.

OP-Saal

Ehemaliger OP-Saal der Beelitzer Heilstätten @Flickr von tomt6788

Das Treppenhaus

Das Treppenhaus @Flickr von tomt6788

Die Morde rund um die Beelitzer Heilstätten

1991 geschah 800 Meter von den Heilstätten entfernt ein Doppelmord. Die 34-jährige Ehefrau eines russischen Arztes der Klinik und deren drei Monate altes Baby wurden von dem als Rosa Riese bekannt gewordenen Serienmörder Wolfgang Schmidt ermordet. 2008 ermordete ein Fotograf, der die Heilstätten als Hintergrundkulisse nutzte, sein 20-jähriges Fotomodell, das er im Internet kennengelernt hatte. 2011 erhängte sich ein Obdachloser, der zuvor mehrere Jahre auf dem Gelände der Beelitzer Heilstätten lebte, in einem der Gebäude.

Geister in den Heilstätten?

Aufgrund der düsteren Vergangenheit der Beelitzer Heilstätten wird dieser Ort auch als Spukort betitelt. In einschlägigen Internetforen werden geisterhafte Erscheinungen in den Krankenhausgebäuden wild diskutiert. Besucher sollen Schreie aus den OP-Sälen und Schritte in verlassenen Gängen gehört haben. Starke Temperaturschwankungen sollen festgestellt worden sein.

Die Beelitzer Heilstätten heute

Heutzutage ist es untersagt, die Heilstätten ohne Genehmigung zu betreten, dennoch finden dort illegale Parties und Führungen statt. Außerdem sind die Beelitzer Heilstätten attraktiv für Fotografen, Geistergläubige und Touristen, die sich auf verbotenen Wege Zutritt verschaffen. Jedoch kann es lebensgefährlich sein, wenn die Heilstätten ohne einen ortskundlichen Guide betreten werden. Im Mai 2010 stürzte hier ein 25-jähriger Mann aus dem vierten Stock zu Tode, nur wenige Tage später wurde ein 32-Jähriger schwer verletzt geborgen, nachdem er in einen Schacht gefallen war. Mittlerweile wird versucht, die verlassenen Gebäude wieder zu restaurieren. Auch werden immer wieder Filmproduktionen gedreht. Stets aktuelle Informationen und Fotos findet ihr auf folgender Facebookseite: https://www.facebook.com/BeelitzHeilstaettenProjekt/

Esstisch

Esstisch @Flickr von tomt6788

Quellen: