Der verfluchte Hexenbürgermeister

Die in Westfalen gelegene Stadt Lemgo erwarb sich zwischen 1580 und 1670 durch eine hohe Zahl an Hexenprozessen den Rufnamen „das Hexennest“. Mitte des 17. Jahrhunderts regierte dort der sogenannte „Hexenbürgermeister“, der unschuldige Menschen verurteilte und sich persönlich daran bereicherte. Insgesamt wurden in Lemgo 220 Menschen gefoltert und verurteilt. Darunter auch eine Frau, deren Mann und Kind kurz hintereinander gestorben waren. Das Gerücht, sie habe beide totgehext, nahm seinen Lauf. Die Witwe wurde öffentlich angeklagt und schließlich gefoltert. Jedoch lieferte sie bei der Folter kein Geständnis ab. Deswegen wurde die „Wasserprobe“ bei ihr durchgeführt. Dabei wurde sie vor Zuschauer gefesselt ins Wasser geworfen. Die Frau ging nicht sofort unter, was für den Ankläger bewies, dass sie mit dem Teufel im Bunde sei. Nun erwartete sie der Tod auf dem Scheiterhaufen. Bevor sie elendig verbrannte, sprach sie einen Fluch über Henker, Richter und Bürgermeister aus. Der Fluch ging wahrhaftig in Erfüllung. Nicht lange darauf wurde der Bürgermeister selber als Hexenmeister angeklagt und vor dem Rathaus in Lemgo enthauptet.

Das Foto zeigt das „Hexenbürgermeisterhaus“ um 1930. Es wurde im 16. Jahrhundert erbaut und ist heutzutage ein Museum.

Hexenbürgermeisterhaus Lemgo