Das neue Jahr fängt ja gut an
Dämonen sind bereits im Anmarsch!

Liebe Gruseltour-Leipzig-Freunde!
Wir wünschen euch allen ein frohes neues Jahr 2015! Damit ihr das neue Jahr gleich gruselig beginnen könnt: Die Tage zwischen Weihnachten und dem 6. Januar eignen sich sehr zur Geisteraustreibung oder dessen Beschwörung, wie auch zum Kontakt mit den Tieren oder zu wahrsagerischen Praktiken. Seit der frühen Neuzeit werden diesen zwölf Nächten, den Rauhnächten, besondere Bedeutung zugemessen. Zur Mitte der zwölf Tage, an Silvester, beginnt die sogenannte „Wilde Jagd“. In dieser Zeit stehe das Geiseterreich offen. Die Seelen der Verstorbenen haben Ausgang und Dämonen können mit der „Wilden Jagd“ umherziehen. Bis in jüngere Zeit war der Glaube verbreitet, dass sich Personen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, in dieser Zeit in Werwölfe verwandeln. Um all das Unwesen zu verteiben und fernzuhalten, erzeugte man zu Silvester Lärm, heutzutage ist es das Silvesterfeuerwerk. Die Rauhnächte sollen sich auch zur Befragung von Orakeln eignen. So macht ein machner noch heute Bleigießen am Silvesterabend. Tiere im Stall sollen in den Rauhnächten manchmal die menschliche Sprache sprechen. Noch im 19. Jahrhundert hielten an diesen besagten Tagen um Mitternacht unverheirate Frauen an einem Kreuzweg Ausschau, um ihren zukünftigen Bräutigam zu sehen. Seine Gestalt sollte ihr erscheinen und schweigend vorübergehen. Das Mädchen dürfte die Gestalt aber nicht ansprechen oder ihr nachsehen, weil sie dann den Tod zu erwarten hatte. Die Rauhnächte waren daher eine Chance, um in die Zukunft zu blicken, galten jedoch auch mancherorts als gefährlich. So wurde viel gefastet und gebetet. Auch durften keine Wäscheleinen aufgespannt werden, da sich die Wilde Jagd darin verfangen konnte, anstatt einfach vorbeizuziehen. Frauen und Kinder sollten nach der Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein.
Also passt auf euch auf!
Als Zeichnung ist ein Blatt aus dem Zyklus „Rauhnacht“ von Alfred Kubin zusehen (1925). Es zeigt die „Wilde Jagd“.

Die Wilde Jagd