Das Stonehenge von Sylt

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde auf der Insel Sylt an einem Hügel ein Eingang entdeckt, der in eine unterirdische Kammer führte. Daraufhin wurde der Hügel im Jahre 1868 durch den Hamburger Geologen Ferdinand Wibel genausten untersucht.

Hügelgrab Denghoog

Das Hügelgrab Denghoog

Das Hügelgrab Denghoog

Es stellte sich heraus, dass der Eingang in eine Grabkammer führte. Darin befanden sich Reste einer unverbrannten Leiche, ein Rinderzahn, Gefäße, Scherben, Beile, Flach- und Hohlmeißel und sechs Bernsteinperlen. Der Name des Hügels ist Denghoog, was Sylter Friesisch ist und soviel bedeutet wie Thinghügel (Deng: Thing; Hoog: Hügel). Nordische und germanische Völker bezeichneten Gerichtssitzungen und Volksversammlungen als Thing (oder auch Ding). Die Versammlungen fanden stets außerhalb eines Gebäudes unter freiem Himmel statt. Dabei achtete die Nordvölker darauf, dass der Platz auf einer natürlichen Anhöhe lag. Deswegen ist es auch möglich, dass die Anlage von den Menschen auch als Hinrichtungsstätte genutzt wurde. Das Grab ist ungefähr 5.000 Jahre alt.

18 Tonnen schwere Findlinge

Die eiförmige Grabkammer unter dem Hügel misst fünf mal drei Meter. Ihre Höhe beträgt an ihrer höchsten Stelle 1,90 Meter. Die Kammer besteht aus Findlingen, von denen jeder einzelne bis zu 18 Tonnen wiegt. Man gelangte ursprünglich durch einen sechs Meter langen und einen Meter hohen und breiten, gepflasterten Gang in die Kammer, heute erfolgt der Zugang für Besucher von oben. Die Menschen von damals mussten einen ungeheuren Kraftaufwand betrieben haben, um diese Steine zu transportieren. Vermutlich haben sie den Transport mithilfe von Baumstämmen bewältigen können.

Hügelgrab Denghoog Zeichnung

Das Innere des Denghoog, Zeichnung um 1895

Hügelgrab Denhoog Maßstaab

Zeichnung des Inneren von Ferdinand Wibel 1869

Glitzerndes Licht zur Wintersonnenwende

Jedes Jahr am 21. Dezember, also zur Wintersonnenwende, passiert etwas Magisches in dem Hügelgrab. Das Sonnenlicht scheint in einem bestimmten Winkel durch den Eingang in die Grabkammer und fällt auf einen sogenannten Spiegelstein. Dieser spiegelt das Licht und der Raum fängt an zu glitzern. Die Bedeutung dieses Lichtspektakels kann heute nicht mehr geklärt werden.

Quellen: