Bruno Gröning – Der Wunderheiler, der sich selbst nicht heilen konnte

Bruno Gröning, ursprünglich Bruno Grönkowski, wurde am 30. Mai in Danzig geboren und verstarb am 26. Januar 1959 nach einer Operation in Paris. Er wurde von seinen Befürwortern als Wunderheiler und von seinen Gegnern als Quacksalber bezeichnet.

Bruno Gröning

Bruno Gröning

Das Leben des Bruno Gröning vor seiner Karriere als Heiler

Bruno Gröning stammte aus einfachen Verhältnissen; seine Eltern wurden als „strenggläubig-katholisch“ beschrieben. Nach fünf Jahren Volksschule begann er mehrere Ausbildungen, die er nicht beendete. Er arbeitete dann unter anderem als Bauarbeiter, Tischler und Zimmermann. Gröning war zweimal verheiratet; aus erster Ehe gingen zwei Kinder hervor, die schon früh verstarben. Im Zweiten Weltkrieg wurde er als Soldat eingezogen und kam schließlich in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Danach lebte er in Westdeutschland, versuchte mit vielen Arbeiten seine Familie zu ernähren, bis er bald als „Wunderheiler“ zu wirken begann. In der Nachkriegszeit gab es viele verletzte, traumatisierte und zurückgelassene Menschen, die nach „Wundern“ gierten, um die schrecklichen Kriegserlebnisse zu verdrängen.

Auftritt als Wunderheiler

Zunächst heilte er angeblich in der Nachbarschaft. Das Gerücht Gröning könne Wunder vollbringen, verbreitete sich schnell. Die Behandlung des 8-jährigen Sohnes eines Industriellen brachte ihm dann schließlich den Durchbruch. Nach dem Besuch bei Gröning konnte der Junge wieder laufen. Der Vater war über die Heilung seines Sohnes so begeistert, daß er Villa, Auto, Hab und Gut Bruno Gröning zur Verfügung stellte. Das Schicksal des Jungen verbreitete sich schnell. Die Verbesserung war aber nicht von langer Dauer. Die Ärzte des Jungen Ärzte bemerkten bei weiteren Untersuchungen keine Verbesserung, bis der Junge schließlich verstarb. Zu dem Zeitpunkt hatte Gröning aber schon einen gefestigten Stand als Heiler erlangt und sehr viele Anhänger. Er sagte immer, dass er nicht heile, sondern Gott durch ihn und verlangte zunächst kein Geld für seine Tätigkeit, er erhielt aber trotzdem erhebliche Spendengelder. Nach einem Medienbericht öffneten zeitweise mehrere Helfer die täglich ankommenden Geldsendungen. Spätestens ab 1950 musste für Grönings Anwesenheit bezahlt werden. Schließlich kamen bald bis zu 5.000 Menschen täglich zur Villa von Gröning. Im Juni 1950 wurde in einem Polizeiprotokoll festgehalten, dass Heilungssuchende an den Verband zur Erforschung Gröningscher Heilmethoden zwischen 25 und 2.500 DM pro Kopf einzuzahlen hätten; bei zwei Massenveranstaltungen seien je Teilnehmer bis zu 300 Mark erhoben worden.

Bruno Gröning und seine Anhänger

Bruno Gröning und seine Anhänger

Gröning kommt vor Gericht

Durch seine Tätigkeit geriet Gröning mehrfach mit dem Heilpraktikergesetz in Konflikt, da er keine entsprechende Zulassung hatte, wurde bei einem Prozess aber freigesprochen. Gröning bemühte sich danach um eine Zulassung als Heilpraktiker, was ihm jedoch aufgrund fehlender Kenntnis untersagt wurde. Bei seinen folgenden Vortragsreisen berief er sich auf die Religionsfreiheit. Schließlich wurde er wegen fahrlässige Tötung eines 17-jährigen lungenkranken Mädchens im Jahr 1949 angeklagt, woraufhin er eine Gesamtstrafe von acht Monaten auf Bewährung sowie 5.000 DM Geldstrafe erhielt. Das Mädchen habe angeblich auf Anraten Grönings ihre ärztliche Behandlung ausgesetzt uns sei daher verstorben.

Gröning erkrankt

Gröning hatte unübersehbar einen großen Kropf am Hals. Er berief sich stets auf den – wie Gröning es nannte – Heilstrom, die „durch ihn strömende göttliche Kraft“. Seinen Kropf verstand er selbst als „Schwellung durch ebendiese Kraft“. Im November 1958 reiste Gröning nach Paris, um sich von einem Krebsspezialisten untersuchen zu lassen. Die Untersuchung ergab, dass Gröning an Magenkrebs in fortgeschrittenem Stadium litt. Am 8. Dezember wurde Gröning in Paris operiert, jedoch war an eine Entfernung des Tumors infolge von dessen Grösse nicht mehr zu denken. Am 22. Januar wurde eine erneute Operation, diesmal am Dickdarm, notwendig. Gröning starb am 26. Januar 1959, und wurde in Dillenburg beigesetzt.

Quellen: