Anna Maria Schwegelin – Die letzte „Hexe“ Deutschlands

Anna Maria Schwegelin wurde 1729 im bayrischen Lachen geboren, war eine Dienstmagd und wurde 1775 als Hexe zum Tode verurteilt. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und wurde katholisch erzogen, wechselte aber zum lutherischen Bekenntnis. Aufgrund eines Beinleidens kam sie in ein Leprosenhaus – eine Einrichtung für Leprakranke, welche von der Bevölkerung abgeschnitten war, um die Verbreitung der Krankheit zu vermeiden. Mit Anfang 40 hatte sich in der Schwegelin die Vorstellung verfestigt, dass sie mit dem Teufel ein Bündnis eingegangen sei. Ihre Andeutungen und merkwürdige Vorfälle diesbezüglich führten schließlich dazu, dass eine Mitinsassin die Schwegelin im Februar 1775 bei der örtlichen Obrigkeit anzeigte, worauf sie in das nahegelegenen Gefängnis gebracht wurde. Wie sie später im Verhör angab, habe der Teufel sie kurz nach ihrem Glaubenswechsel missbraucht und sie genötigt, sich ihm zu unterwerfen und Gott abzuschwören. Ohne gefoltert zu werden, gestand die Schwegelin den Teufelspakt ein, bestritt allerdings, jemals einen Schadenzauber ausgeübt zu haben. Dennoch sollte sie mit dem Schwert hingerichtet werden. Das Urteil wurde jedoch nie vollstreckt, da sie noch davor 1781 im Gefängnis verstarb.

Mittlerweile gibt es mehrere Romane zu diesem Thema. Für die Dramatik wird die Schwegelin aber meistens in diesen Büchern hingerichtet.

Anna Schwegelin