Alter Aberglaube: Warum soll Wäsche waschen zwischen den Jahren Unglück bringen?!

Kennt ihr das? Plötzlich will die Oma keine Wäsche zwischen Weihnachten und Neujahr waschen. Und sie rät dir ebenfalls nicht zwischen den Jahren zu waschen. Sonst stirbt vielleicht noch jemand aus der Familie…

Was soll Wäsche waschen mit dem Tod eines Familienmitgliedes zu tun haben?

Genauer gesagt soll es sich um die Zeit zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag, dem 25.12. und dem Dreikönigstag, dem 6.1. handeln. Das sind die zwölf heiligen Tage, die im alpenländischen Raum auch als Rauhnächte bezeichnet werden. Im Zusammenhang mit den Rauhnächten ist auch von der Wilden Jagd die Rede. Laut altem Volksglauben ist der Zugang zur Geisterwelt während dieser Zeit geöffnet, so dass die Geister -während ihrer wilden Jagd- frei zwischen ihrer und unserer Welt umher fliegen können. Die ersten Belege für den Glauben an die Wilde Jagd stammen aus den Berichten eines normannischen Priester aus dem Jahr 1091. Älteste sichere Zeugnisse der wilden Jagd im deutschen Sprachgebiet sind aus dem 13. Jahrhundert. Im Roman Reinfried von Braunschweig um 1300 heißt es, eine Ritterschar rausche daher wie „daz Wuotez her“. Deutlicher ist der Münchner Nachtsegen, ca. 14. Jahrhundert, der etliche Geister und Gespenster auflistet, darunter auch „Wûtanes her und alle sîne man“. Vieles weist darauf hin, dass dieser Glaube mit dem germanischen Gott Wodan beziehungsweise Odin zu tun hat.

Wenn diese Geisterschar nun in den Rauhnächten unterwegs ist, könnte es laut dem oben genannten Aberglauben leicht passieren, dass sie sich in den draußen zum Trocknen aufgehängten Kleidungsstücke verfangen und so dessen Besitzer im folgenden Jahr mit Krankheit und Tod verfolgen. In anderen Auslegungen sind vor allem Frauen gefährdet. Denn die aufgehängte weiße Wäsche würde sogar erst die Wilde Jagd anlocken und dann über diese Frauen, die so unachtsam waren, herfallen. Besonders das Aufhängen von weißen Betttüchern wird als schlechtes Omen gesehen. Das Betttuch könnten die Geister als Leichentuch für die Toten im neuen Jahr verwenden, so der Glaube.

Gibt es einen praktischen Ursprung für diesen Aberglaube?

Möglich ist, dass der Begriff Rauhnacht auf Rauch zurückgeht. Denn in den Rauhnächten sollte das Haus und der Stall mit Weihrauch ausgeräuchert werden. Wenn nun genau in der Zeit Wäsche gewaschen und aufgehängt wurde, so roch die frische Wäsche nach Rauch und das sollte vermieden werden. Jedoch kann nicht endgültig geklärt werden, ob das der Grund für das Verbot ist.

Wodans wilde Jagd

„Wodans wilde Jagd“ von Friedrich Wilhelm Heine 1882

Quellen:

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