Buchempfehlung aus Geisterhand

Geisterhand oder doch eher „Grusel“hand?

Für alle, die schon immer mal wissen wollten, was man so als Gruseltour-Gründerin in der Freizeit treibt: sehr viel lesen! Daher hat die kleine, aber sehr feine christliche Comenius-Buchhandlung nach einer Buchempfehlung meinerseits gefragt. Ich war darüber äußerst begeistert. Die Buchempfehlung ging mir nicht so leicht von der „Grusel“hand, da es so viele schöne Bücher gibt, vor allem Sachbücher über allerlei schaurige Geschichten aus der Welt. Schlußendlich habe ich mich jedoch für einen Roman entschieden, der mich sehr gefesselt hat.

Spukt es etwa in der Comenius-Buchhandlung in Görlitz? Nur aufgrund der geisterhaften Buchempfehlung!

Saeculum von Ursula Poznanski

Das Buch, dass ich jedem empfehlen kann heißt „Saeculum“ und ist von der Autorin Ursula Poznanski. Es handelt von einem Rollenspiel, bei dem die Teilnehmer sich für fünf Tage in einen Wald zurück ziehen und die moderne Welt hinter sich lassen. Es ist alles erlaubt, was es vor 500 Jahren auch schon gegeben hat – und das ist echt nicht viel: keine Synthetik-Kleider, keine Handys, keine Medikamente, keine Brillen. Übrig bleibt fast nichts, außer die berauschende Natur zu genießen. Doch es zeichnen sich schon bald die ersten Schattenseiten ab. Der Ort des Rollenspiels soll verflucht sein. Aus dem Aberglaube wird Angst, die sich ihren Weg in die Köpfe der Teilnehmer bahnt. Schließlich verschwindet sogar ein Spieler. Plötzlich ist die Welt ohne moderne Hilfe beängstigend und die Naturgewalten schrecklich spürbar. Die Spieler misstrauen sich untereinander, bis es zu einem Kampf kommt, der alles beenden soll.

Zoom an das Schaufenster der Comenius-Buchhandlung mit meiner persönlichen Empfehlung

Comenius-Buchhandlung in Görlitz

Die Comenius-Buchhandlung ist ein schöner Rückzugsort, um in eine andere Welt einzutauchen. Es ist eine kleine Buchhandlung, die aber genau die richtige Größe hat, um stets fündig zu werden. Die Mitarbeiterinnen stellen ihre Lieblingsbücher an einem Stand in der Bücherei aus, an dem man sich immer Anregungen holen kann. Ferner fragen sie aber auch ihre Gäste nach Empfehlungen, die dann auf dem Nachttisch im Schaufenster liegen.

Görlitz ist auf jeden Fall immer einen Besuch wert! Die Innenstadt ist bezaubernd und wurde schon von einigen Hollywood-Produktionen als Kulisse verwendet, so zum Beispiel für „The Grand Budapest Hotel“, „In 80 Tagen um die Welt“ mit Jackie Chan, „Der Vorleser“ mit Kate Winslet oder „Inglourious Basterds“ mit Brad Pitt und Christoph Waltz. Gerade zur Weihnachtsmarktzeit ist Görlitz ein magischer Ort. Außerdem hat Görlitz ganz viel schaurige Geschichte, über die wir schon einige Gruselfakten geschrieben haben. Na neugierig?

Weiterführende Links:

Elwetritsche aufgepasst! Die Jagd geht los!

Wir hatten vor einiger Zeit mutigen Damenbesuch aus der Heidelberger Region. Die Damen haben während der Tour unserem Guide ihr Brauchtum um die Elwetritsche näher gebracht.

Unsere tolle Damengruppe! Mehr Fotos von unseren Gästen findet ihr auf Instagram unter Gruseltour!

Wer oder was sind denn nun bloß Elwetritsche? Was ist denn das für ein merkwürdiger Name! Und dann gibt es davon auch noch so viele andere Schreibweisen (auch Elwetrittche, Elwedritsch, Ilwedritsch und ähnlich).

Die Fabelwesen Elwetritsche

Die Fabelwesen Elwetritschen sollen aus Kreuzungen von Hühnern, Enten und Gänsen mit im Wald lebenden Kobolden und Elfen stammen. Sie legen Eier, die allerdings wegen der Waldgeisterherkunft während der Brutzeit wachsen. Der Verbreitungsraum der Erzählungen von den Elwetritschen erstreckt sich vom Pfälzerwald im Westen nach Osten über die Rheinebene hinweg bis in den südhessischen Odenwald und weiter nach Nordbaden und Nordwürttemberg (Bauland, Madonnenländchen).

Zeichnung des eierlegenden Elwetritsche

Sehr große Skulptur eines Elwetritschen in Dahn, jedoch sollen allgemein Elwetritschen nicht größer als ein Huhn sein

Da der Elwetritsche ein Fabelwesen ist und es daher keine realen Sichtungen gibt, wird ein Elwetritsche stets unterschiedlich dargestellt. Manche Elwetritschen haben zum Beispiel längere Schnäbel, größere Flüge, mehr Beine oder sogar Brüste.

Die Jagd auf Elwetritsche

Unsere Heidelberger Damen haben uns von dem Brauch der Elwetritschenjagd berichtet. Es ist ein lustiger Zeitvertreib und erfordert doch etwas Mut. Denn laut den Erzählungen sind die Elwetritschen scheue Waldtiere. Am besten jagt man sie daher mitten in der Nacht. Die Jäger und Jägerinnen müssen sich natürlich vorher Mut antrinken, um in der Nacht im Wald jagen zu gehen. Bewaffnet mit Stöcken und Säcken geht die Gruppe in den Wald. Mit den Stöcken schlagen die Jäger auf das Unterholz, um die Elwetritschen aus ihren Behausungen zu jagen. Mit den Säcken fängt man sie schließlich ein. Es gibt aber auch sanftere Fangmethoden. So baut man eine kleine Falle auf. Ein geöffneter Sack steht zwischen zwei Lichtern, die die Fabelwesen anlocken sollen.

Beleuchtete Falle zur Elwetritschenjagd

Die Elwetritschenjagd wird Touristen mittlerweile auch als Attraktion verkauft. Nach der stets erfolglosen Elwetritschenjagd gehen die durchgefrorenen Jäger nach Hause, wo sie sich zum Beispiel mit Obstbrand wieder aufwärmen und ein warmes Mahl zu sich nehmen.

Vielen Dank liebe Heidelberger Damen für diese amüsante Darbringung der Elwetritschenjagd!

Quellen:

Das Wave-Gotik-Treffen 2018 – Ein Fazit

Liebe Gäste des Wave-Gotik-Treffens, liebe Gruseltour- und Friedhofstourbesucher!

Nun ist das WGT 2018 schon seit über einer Woche vorbei. Wir können es kaum glauben, wie schnell das Pfingstwochenende vergangen ist. Dauert es nun wirklich wieder ein Jahr, bis die Stadt erneut schwarz wird? Zwar lieben wir unser kunterbuntes Leipzig sehr, aber unsere dunkel romantischen Gäste aus aller Welt lassen unsere Herzen stets höher schlagen. Und natürlich unseren Puls. Denn wie immer zum WGT hatten wir viele Touren und dementsprechend viele mutige Besucher und Besucherinnen.

Dieses Jahr haben wir das Wave-Gotik-Treffen mit einem gruftigen Junggesellinnenabschied eingeleitet. Wir wünschen der zukünftigen Braut alles Gute für ihre Zukunft. Hoffentlich denkt sie noch lange an den Überraschungsausflug mit unserer Hexe Nuria zurück. Nuria schickt dir ganz viel weiße Energie, die eure Liebe ewig zusammen hält.

Michael, unser Dämonenjäger, mit seinen Gästen während des Wave-Gotik-Treffens

Des Pudels Kern

Bei unserer ersten öffentlichen Gruseltour mit Silja, unserer Giftmörderin, drängelte sich ein Dackel in die Mitte des schwarzmagischen Rituals. Ihr müsst wissen, bei einem schwarzmagischen Ritual ist der Anführer nie im Kreise seiner Anhänger, meist steht er etwas erhöht, daneben oder direkt in der Mitte. Der Dackel fühlte sich also dazu berufen, der schwarzmagische Meister der Gruppe zu sein. Wie könnte man das also besser zweideutig mit dem Zitat aus Goethes Faust ausdrücken: „Das war also des Pudels Kern.“ Im Pudel von Goethe steckte schließlich Mephisto, der Teufel höchstpersönlich!

Echte Blutsauger bei der Vampirgeschichte

Als Clarissa, die Hüterin aller schrecklicher Geheimnisse, inmitten ihrer Gruppe anfing über Nachzehrer und Widergänger, also Vampire zu reden, wurde sie von den Gästen aus der ersten Reihe unterbrochen. Ein echter Blutsauger, eine Mücke, hatte sich auf ihre Stirn gesetzt und versuchte sich am mehrere 100 Jahre alten Blut der Hüterin zu laben. Leider hat das die Mücke nicht überlebt. Hach – Tote gibt es wohl immer bei der Gruseltour!

Clarissa, unsere Hüterin aller schrecklicher Geheimnisse, mit zwei ihrer verrückten Gäste (die beiden Damen im Hintergrund hatten während der Tour einen riesigen Hunger und wollten am liebsten die Jäger der Geheimnisse aufessen – sehr gute Idee!)

Erfüllende Wunschrituale

Unser Totenwächter Nikolaus Carbonarius führt am Ende seines Rundganges über den Alten Johannisfriedhof die Gäste zu einer alten Grabskulptur, die keinem Toten mehr zugeordnet werden kann. Es ist die Skulptur unseres Wappentieres, eines Löwen. Herr Carbonarius vollführt vor den Augen des Löwen eine Wunschzeremonie durch. Jeder Gast hat einen Wunsch frei. Der Löwe wacht über diesen und schützt den Wunsch beim Gedeihen und Wachsen. Kurz nach dem Pfingstwochenende erreichte uns eine Mail von einer Dame, dass ihr Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Genau, deswegen machen wir dieses mystische Ritual. Sollen nun auch alle anderen Wünsche sprießen!

Komplimente, die uns ein Lächeln auf das Gesicht zaubern

Von Berufswegen sollten wir ja eher grimmig und schaurig dreinblicken. Doch das schaffen wir oftmals gar nicht. Vor allem, wenn uns so wahnsinnig herzerwärmende Komplimente von unseren Gästen erreichen.

So bedankte sich eine Dame nach der Tour bei unserer schwarzen Witwe Friederike. Sie hätte ihr den Abend gerettet. Hach – wie schön! Ferner wurde unsere schwarze Witwe auch als Oberknaller auf Instagram bezeichnet. Toll, das freut uns so sehr!

Eine Dame kam zu Michael, unserem Dämonenjäger und meinte, sie kenne ihn. Zwar nicht persönlich, aber vom Hören! Aus dem Radio. Sie habe seine schöne Stimme wiedererkannt! Auch wenn unser Dämonenjäger nicht beim Radio arbeitet, war das doch ein gelungenes Kompliment der Dame!

Feedback motiviert uns so sehr und hilft unserem kleinen lokalem gruseligen Unternehmen am Leben zu bleiben. Bewertet uns doch auch! Das geht ganz einfach auf TripAdvisor für die Friedhofstour oder die Gruseltour oder auf Facebook. Für jedes Feedback bedanken wir uns ganz, ganz herzlich bei euch!

Die dunkle Seite Leipzigs wartet auf euch

Es war ein wunderschönes Wave-Gotik-Treffen, ein tolles Pfingsten und ein aufregendes Wochenende für uns – und sicherlich auch für euch. Wir werden weiterhin Angst und Schrecken in Leipzig verbreiten und die dunklen Geheimnisse der Stadt lüften. Für alle, die also nicht bis zum nächsten WGT warten wollen: Wir sind das ganze Jahr für euch da!

Auf Instagram könnt ihr uns auch folgen und gerne eure eigenen Fotos von unseren Touren verlinken: #gruseltourleipzig #friedhofstourleipzig

Dürfen wir vorstellen: Bremens Giftmörderin Gesche Gottfried

Gesche Margarethe Gottfried (geb. Timm), worde am 6. März 1785 in Bremen geboren und am 21. April 1831 hingerichtet. An ihr wurde die letzte öffentliche Hinrichtung in Bremen vollzogen. Sie galt als eine der berühmtesten Serienmörderinnen ihrer Zeit und ihre Taten erregten deutschlandweit Aufsehen. Ihre Motive sind bis heute nicht gänzlich geklärt, jedoch ist zu vermuten, dass sie aus Liebe, sowie aus finanziellen Gründen mordete.

Gesches Leben – bevor sie zur Mörderin wurde

Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr Vater war Schneidermeister und ihre Mutter Wollnäherin. Gesche galt als ordnungsliebend und fleißig, nahm Tanz- und Französischunterricht und war etwas eitel. Sie war sehr hübsch. Mit 21 Jahren heiratete Gesche den wohlhabenden, aber leichtlebigen Sattlermeister Johann Miltenberg, dessen Frau gerade gestorben war. Miltenberg ist zwar nur fünf Jahre älter als Gesche, aber trotzdem bereits Witwer. Seine erste Frau starb an Alkoholismus und der Schwindsucht. Durch die Ehe mit Miltenberg stieg Gesche in gutbürgerliche Verhältnisse auf. Sie bekam fünf Kinder, von denen drei zunächst am Leben blieben: Adelheid (1809 – 1815), Heinrich (1810 – 1815) und Johanna (1812 – 1815). Miltenberg war jedoch kein liebender Ehemann. Er trieb sich in Kneipen und Bordellen herum und verschwendete so das väterliche Vermögen. Er schlug Gesche und leidete an Syphilis.

Arsen in den falschen Händen

Um 1812 bekam Gesche von ihrer Mutter eine Papiertüte mit dem tödlichen Arsenikpulver geschenkt, um damit angeblich eine Mäuseplage zu bekämpfen. Nach siebenjähriger Ehe vergiftete Gesche damit ihren kränkelnden Ehemann. Der Mord blieb unentdeckt. Gesche schmiedete derweil Pläne, den Weinhändler Michael Christoph Gottfried zu heiraten, zu dem sie schon während ihrer Ehe mit Miltenberg enge Kontakte geknüpft und sich wahrscheinlich bereits in ihn verliebt hatte. Als Johann Miltenberg 1813 plötzlich stirbt, glaubt Gesche, dass sie bald darauf ihren Geliebten heiraten kann. Doch ihr Geliebter zögerte. Viele Personen sind gegen die Ehe. An diesem Punkt beschloss Gesche höchstwahrscheinlich, alle Personen aus dem Weg zu räumen, die dieser Ehe ihrer Meinung nach im Wege standen. Sie vergiftete zwischen Mai und September 1815 ihre Mutter, ihren Vater und ihre drei Kinder, etwas später auch ihren Zwillingsbruder Johann. Die Kinder hätten wahrscheinlich sterben müssen, weil Gesche den Eindruck gehabt habe, Gottfried wolle sie der Kinder wegen nicht heiraten. Gesche wurde von Gottfried schwanger, doch dieser willigte noch immer nicht in eine Hochzeit ein. Sie vergiftete ihn im Jahr 1817 und ließ sich mit Gottfried noch auf seinem Sterbebett trauen. Sie ändert ihren Namen und hieß fortan Gesche Gottfried. Drei Monate später gebar sie einen toten Sohn.

Nach dem achten Mord 1817 war das Gift verbraucht. Es dauerte sechs Jahre, bis sie sich von ihrer Magd und Freundin Beta Schmidt (einem späteren Opfer) „Mäusebutter“ aus der Apotheke holen ließ. Mäusebutter besteht aus Butterschmalz und Arsenik.

Im Jahre 1829 verlobte sie sich mit Paul Thomas Zimmermann, dem Inhaber eines Modegeschäftes. Sie lieh sich von ihm einen größeren Geldbetrag und vergiftete ihn noch während der Verlobungszeit. In den nächsten Jahren setzte sie ihre Vergiftungsserie fort: Weitere sechs Menschen aus ihrem engsten Bekanntenkreis starben, etwa fünfzehn Personen erhielten Arsen in einer nicht tödlichen Dosis. Diese Personen litten zwar sehr unter starken Schmerzen, aber blieben am Leben.

Mitleid mit der Giftmörderin

Alle, die sie vergiftete, litten vor ihrem Tod mehrere Tage unter furchtbaren Schmerzen. Gesche kümmerte sich liebevoll, rührend und aufopfernd um sie, bis sie starben. Dieses Verhalten erklärt, dass ein Verdacht gegen sie nicht wirklich aufkam. Teile der Bremer Bevölkerung schätzten Gesche sehr und bedauerten die vielen vermeintlichen Unglücksfälle in der Familie. Sie nahmen Anteil und gaben der Mörderin den Beinamen „Engel von Bremen“, da sie sich stets um ihre dahinsiechenden Verwandten und Freunde kümmerte.

Ihre Entlarvung

Gesche verteilte weiter kleine, nichttödliche Dosen Gift. Ihr Vermieter, Johann Christoph Rumpff, wurde jedoch mit der Zeit misstrauisch und auch in der Stadt kursierten immer mehr Gerüchte über die zahlreichen Todesfälle. Als Rumpff eines Tages in einem Schinken kleine weiße Körner entdeckte, ließ er diese von seinem Arzt D. Luce bestimmen, welcher bereits einige der Mordopfer selbst untersucht hatte. Es stellte sich heraus, dass es sich bei den Kügelchen um Arsen handelte. Damit war die Giftmörderin enttarnt. Am Abend des 6. März 1828 – ihres Geburtstages – wurde sie verhaftet und ins Stadthaus gebracht. Von Augenzeugen wurde Gesche Gottfried zu jener Zeit als sehr verwirrt und verängstigt beschrieben.

In den Jahren vor ihrer Hinrichtung berichtete Gesche Gottfried von ihren Taten, aber auch von den Ängsten, die sie dabei plagten. Die Justizbeamten der Stadt wie auch ihr Verteidiger versuchten derweil, ihre Handlungen zu verstehen. Während der Haft soll Gottfried mehrere Male erwogen haben, sich selbst mit Mäusebutter, die sie in das Gefängnis geschmuggelt hatte, umzubringen. Sie traute sich jedoch nicht, da sie sich vor den Schmerzen und den Leiden fürchtete, die sie ja bei ihren Opfern hatte miterleben können.

Gesche wird zu ihrer Hinrichtung gefahren. Sie erhält noch ein Glas Wein und nimmt einen kleinen Schluck. Anschließend gibt sie allen anwesenden Richtern noch einmal die Hand. Auf dem Schafott beginnt sie zu beten. Dann wird sie geköpft. Der Henker hat sein Werk getan. Er zeigt der Menge den abgeschlagenen Kopf. Der Kopf von Gesche wird danach in Spiritus gelagert und in einem Museum am Dom öffentlich zur Schau gestellt wird.

Die Morde

  • 1. Oktober 1813: Johann Miltenberg (erster Ehemann)
  • 2. Mai 1815: Gesche Margarethe Timm (Mutter)
  • 10. Mai 1815: Johanna Miltenberg (Tochter)
  • 18. Mai 1815: Adelheid Miltenberg (Tochter)
  • 28. Juni 1815: Johann Timm (Vater)
  • 22. September 1815: Heinrich Miltenberg (Sohn)
  • 1. Juni 1816: Johann Timm (Bruder)
  • 5. Juli 1817: Michael Christoph Gottfried (zweiter Ehemann)
  • 1. Juni 1823: Paul Thomas Zimmermann (Verlobter)
  • 21. März 1825: Anna Lucia Meyerholz (Musiklehrerin, Freundin)
  • 5. Dezember 1825: Johann Mosees (Nachbar, Freund, Berater)
  • 22. Dezember 1826: Wilhelmine Rumpff (Vermieterin)
  • 13. Mai 1827: Elise Schmidt (dreijährige Tochter von Beta Schmidt)
  • 15. Mai 1827: Beta Schmidt (Freundin, Magd)
  • 24. Juli 1827: Friedrich Kleine (Freund, Gläubiger; in Hannover ermordet)
Gesche

Diese Zeichung erschien kurz nach der Hinrichtung in einer Flugschrift „Kurze Lebensbeschreibung der fürchterlichen Giftmischerin Gesche Marg. Gotffried“, 1831, von Franz Feilner. Auf den Säulen stehen die Worte Eltern-, Kinder-, Gatten- und Brudermord sowie unterhalb des Porträts „Strafe“.

Quellen:

Das Leichen-Öl der Walpurgisnacht

Mit der Walpurgisnacht verbindet man noch am ehesten um ein Feuer tanzende grimmig dreinschauende Hexen, die sich auf Felsenvorsprüngen treffen und den Teufel anbeten. Aber hinter der Walpurgisnacht steckt mehr! Etwas Heiliges und möglicherweise ein „Wunder“…

…denn die Walpurgisnacht wurde nach einer Nonne benannt: „Walburga“. Vom Papst wurde sie an einem 1. Mai zur Heiligen erklärt und gilt nun als Schutzpatronin unter anderem gegen böse Geister. Deswegen heißt die Nacht zum ersten Mai „Walpurgisnacht“. Walburgas Reliquien, also beispielsweise ihre Knochen,  werden noch heute verehrt. Seit 1042 soll unter Walburgas Reliquienschrein im Kloster Sankt Walburg im bayrischen Eichstätt alljährlich von Oktober bis Ende Februar eine Flüssigkeit, das sogenannte Walburgisöl, austreten: angeblich Walburgas Leichen-Öl! Gläubige können es in Fläschchen abgefüllt im Kloster bekommen. 2011 ließ der Kriminalbiologe Mark Benecke eine Probe der Flüssigkeit untersuchen. Es handelt sich um hartes Wasser mit einem neutralen pH-Wert. Vielen Dank an die findigen Wissenschaftlern, dass sie „Wunder“ aufdecken…

Das Gruseltour-Team wünscht euch eine aufregende Walpurgisnacht und geht jetzt geschlossen zum Blocksberg, um mit den Hexen zu tanzen.

Krypta der Heiligen Walburga

Krypta der Heiligen Walburga

Die Krypta mit den Reliquien der heiligen Walburga im Kloster Sankt Walburg in Eichstätt (Foto von DALIBRI @Wikipedia), bei der das Leichen-Öl austreten soll und eine Flasche dessen:

Walpurgisöl

Walpurgisöl