Dürfen wir vorstellen: Bremens Giftmörderin Gesche Gottfried

Gesche Margarethe Gottfried (geb. Timm), worde am 6. März 1785 in Bremen geboren und am 21. April 1831 hingerichtet. An ihr wurde die letzte öffentliche Hinrichtung in Bremen vollzogen. Sie galt als eine der berühmtesten Serienmörderinnen ihrer Zeit und ihre Taten erregten deutschlandweit Aufsehen. Ihre Motive sind bis heute nicht gänzlich geklärt, jedoch ist zu vermuten, dass sie aus Liebe, sowie aus finanziellen Gründen mordete.

Gesches Leben – bevor sie zur Mörderin wurde

Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr Vater war Schneidermeister und ihre Mutter Wollnäherin. Gesche galt als ordnungsliebend und fleißig, nahm Tanz- und Französischunterricht und war etwas eitel. Sie war sehr hübsch. Mit 21 Jahren heiratete Gesche den wohlhabenden, aber leichtlebigen Sattlermeister Johann Miltenberg, dessen Frau gerade gestorben war. Miltenberg ist zwar nur fünf Jahre älter als Gesche, aber trotzdem bereits Witwer. Seine erste Frau starb an Alkoholismus und der Schwindsucht. Durch die Ehe mit Miltenberg stieg Gesche in gutbürgerliche Verhältnisse auf. Sie bekam fünf Kinder, von denen drei zunächst am Leben blieben: Adelheid (1809 – 1815), Heinrich (1810 – 1815) und Johanna (1812 – 1815). Miltenberg war jedoch kein liebender Ehemann. Er trieb sich in Kneipen und Bordellen herum und verschwendete so das väterliche Vermögen. Er schlug Gesche und leidete an Syphilis.

Arsen in den falschen Händen

Um 1812 bekam Gesche von ihrer Mutter eine Papiertüte mit dem tödlichen Arsenikpulver geschenkt, um damit angeblich eine Mäuseplage zu bekämpfen. Nach siebenjähriger Ehe vergiftete Gesche damit ihren kränkelnden Ehemann. Der Mord blieb unentdeckt. Gesche schmiedete derweil Pläne, den Weinhändler Michael Christoph Gottfried zu heiraten, zu dem sie schon während ihrer Ehe mit Miltenberg enge Kontakte geknüpft und sich wahrscheinlich bereits in ihn verliebt hatte. Als Johann Miltenberg 1813 plötzlich stirbt, glaubt Gesche, dass sie bald darauf ihren Geliebten heiraten kann. Doch ihr Geliebter zögerte. Viele Personen sind gegen die Ehe. An diesem Punkt beschloss Gesche höchstwahrscheinlich, alle Personen aus dem Weg zu räumen, die dieser Ehe ihrer Meinung nach im Wege standen. Sie vergiftete zwischen Mai und September 1815 ihre Mutter, ihren Vater und ihre drei Kinder, etwas später auch ihren Zwillingsbruder Johann. Die Kinder hätten wahrscheinlich sterben müssen, weil Gesche den Eindruck gehabt habe, Gottfried wolle sie der Kinder wegen nicht heiraten. Gesche wurde von Gottfried schwanger, doch dieser willigte noch immer nicht in eine Hochzeit ein. Sie vergiftete ihn im Jahr 1817 und ließ sich mit Gottfried noch auf seinem Sterbebett trauen. Sie ändert ihren Namen und hieß fortan Gesche Gottfried. Drei Monate später gebar sie einen toten Sohn.

Nach dem achten Mord 1817 war das Gift verbraucht. Es dauerte sechs Jahre, bis sie sich von ihrer Magd und Freundin Beta Schmidt (einem späteren Opfer) „Mäusebutter“ aus der Apotheke holen ließ. Mäusebutter besteht aus Butterschmalz und Arsenik.

Im Jahre 1829 verlobte sie sich mit Paul Thomas Zimmermann, dem Inhaber eines Modegeschäftes. Sie lieh sich von ihm einen größeren Geldbetrag und vergiftete ihn noch während der Verlobungszeit. In den nächsten Jahren setzte sie ihre Vergiftungsserie fort: Weitere sechs Menschen aus ihrem engsten Bekanntenkreis starben, etwa fünfzehn Personen erhielten Arsen in einer nicht tödlichen Dosis. Diese Personen litten zwar sehr unter starken Schmerzen, aber blieben am Leben.

Mitleid mit der Giftmörderin

Alle, die sie vergiftete, litten vor ihrem Tod mehrere Tage unter furchtbaren Schmerzen. Gesche kümmerte sich liebevoll, rührend und aufopfernd um sie, bis sie starben. Dieses Verhalten erklärt, dass ein Verdacht gegen sie nicht wirklich aufkam. Teile der Bremer Bevölkerung schätzten Gesche sehr und bedauerten die vielen vermeintlichen Unglücksfälle in der Familie. Sie nahmen Anteil und gaben der Mörderin den Beinamen „Engel von Bremen“, da sie sich stets um ihre dahinsiechenden Verwandten und Freunde kümmerte.

Ihre Entlarvung

Gesche verteilte weiter kleine, nichttödliche Dosen Gift. Ihr Vermieter, Johann Christoph Rumpff, wurde jedoch mit der Zeit misstrauisch und auch in der Stadt kursierten immer mehr Gerüchte über die zahlreichen Todesfälle. Als Rumpff eines Tages in einem Schinken kleine weiße Körner entdeckte, ließ er diese von seinem Arzt D. Luce bestimmen, welcher bereits einige der Mordopfer selbst untersucht hatte. Es stellte sich heraus, dass es sich bei den Kügelchen um Arsen handelte. Damit war die Giftmörderin enttarnt. Am Abend des 6. März 1828 – ihres Geburtstages – wurde sie verhaftet und ins Stadthaus gebracht. Von Augenzeugen wurde Gesche Gottfried zu jener Zeit als sehr verwirrt und verängstigt beschrieben.

In den Jahren vor ihrer Hinrichtung berichtete Gesche Gottfried von ihren Taten, aber auch von den Ängsten, die sie dabei plagten. Die Justizbeamten der Stadt wie auch ihr Verteidiger versuchten derweil, ihre Handlungen zu verstehen. Während der Haft soll Gottfried mehrere Male erwogen haben, sich selbst mit Mäusebutter, die sie in das Gefängnis geschmuggelt hatte, umzubringen. Sie traute sich jedoch nicht, da sie sich vor den Schmerzen und den Leiden fürchtete, die sie ja bei ihren Opfern hatte miterleben können.

Gesche wird zu ihrer Hinrichtung gefahren. Sie erhält noch ein Glas Wein und nimmt einen kleinen Schluck. Anschließend gibt sie allen anwesenden Richtern noch einmal die Hand. Auf dem Schafott beginnt sie zu beten. Dann wird sie geköpft. Der Henker hat sein Werk getan. Er zeigt der Menge den abgeschlagenen Kopf. Der Kopf von Gesche wird danach in Spiritus gelagert und in einem Museum am Dom öffentlich zur Schau gestellt wird.

Die Morde

  • 1. Oktober 1813: Johann Miltenberg (erster Ehemann)
  • 2. Mai 1815: Gesche Margarethe Timm (Mutter)
  • 10. Mai 1815: Johanna Miltenberg (Tochter)
  • 18. Mai 1815: Adelheid Miltenberg (Tochter)
  • 28. Juni 1815: Johann Timm (Vater)
  • 22. September 1815: Heinrich Miltenberg (Sohn)
  • 1. Juni 1816: Johann Timm (Bruder)
  • 5. Juli 1817: Michael Christoph Gottfried (zweiter Ehemann)
  • 1. Juni 1823: Paul Thomas Zimmermann (Verlobter)
  • 21. März 1825: Anna Lucia Meyerholz (Musiklehrerin, Freundin)
  • 5. Dezember 1825: Johann Mosees (Nachbar, Freund, Berater)
  • 22. Dezember 1826: Wilhelmine Rumpff (Vermieterin)
  • 13. Mai 1827: Elise Schmidt (dreijährige Tochter von Beta Schmidt)
  • 15. Mai 1827: Beta Schmidt (Freundin, Magd)
  • 24. Juli 1827: Friedrich Kleine (Freund, Gläubiger; in Hannover ermordet)
Gesche

Diese Zeichung erschien kurz nach der Hinrichtung in einer Flugschrift „Kurze Lebensbeschreibung der fürchterlichen Giftmischerin Gesche Marg. Gotffried“, 1831, von Franz Feilner. Auf den Säulen stehen die Worte Eltern-, Kinder-, Gatten- und Brudermord sowie unterhalb des Porträts „Strafe“.

Quellen:

Das Leichen-Öl der Walpurgisnacht

Mit der Walpurgisnacht verbindet man noch am ehesten um ein Feuer tanzende grimmig dreinschauende Hexen, die sich auf Felsenvorsprüngen treffen und den Teufel anbeten. Aber hinter der Walpurgisnacht steckt mehr! Etwas Heiliges und möglicherweise ein „Wunder“…

…denn die Walpurgisnacht wurde nach einer Nonne benannt: „Walburga“. Vom Papst wurde sie an einem 1. Mai zur Heiligen erklärt und gilt nun als Schutzpatronin unter anderem gegen böse Geister. Deswegen heißt die Nacht zum ersten Mai „Walpurgisnacht“. Walburgas Reliquien, also beispielsweise ihre Knochen,  werden noch heute verehrt. Seit 1042 soll unter Walburgas Reliquienschrein im Kloster Sankt Walburg im bayrischen Eichstätt alljährlich von Oktober bis Ende Februar eine Flüssigkeit, das sogenannte Walburgisöl, austreten: angeblich Walburgas Leichen-Öl! Gläubige können es in Fläschchen abgefüllt im Kloster bekommen. 2011 ließ der Kriminalbiologe Mark Benecke eine Probe der Flüssigkeit untersuchen. Es handelt sich um hartes Wasser mit einem neutralen pH-Wert. Vielen Dank an die findigen Wissenschaftlern, dass sie „Wunder“ aufdecken…

Das Gruseltour-Team wünscht euch eine aufregende Walpurgisnacht und geht jetzt geschlossen zum Blocksberg, um mit den Hexen zu tanzen.

Krypta der Heiligen Walburga

Krypta der Heiligen Walburga

Die Krypta mit den Reliquien der heiligen Walburga im Kloster Sankt Walburg in Eichstätt (Foto von DALIBRI @Wikipedia), bei der das Leichen-Öl austreten soll und eine Flasche dessen:

Walpurgisöl

Walpurgisöl

Beim Sex sterben?

Wir können es nicht lassen, euch wieder einmal den tollen Podcast von Radio Eins zu präsentieren, in dem der Wissenschaftler Dr. Mark Benecke über skurille Forschungsergebnisse berichtet.

Wer ist Dr. Mark Benecke?

Dr. Mark Benecke (*26. August 1970 in Rosenheim) ist ein deutscher Politiker, Kriminalbiologe und Spezialist für forensische Entomologie. Dr. Benecke befasst sich in einem wöchentlichen Beitrag auf dem Berliner und Brandenburger Radiosender Radio Eins mit außergewöhnlichen Forschungen und erklärt diese dem Hörer auf eine verständliche Art und Weise.

In dem fünfminütigen Podcast, welchen wir euch heute vorstellen, erklärt Dr. Mark Benecke, wie und warum Menschen beim Sex oder bei Selbstbefriedigung sterben und welche Personen besonders gefährdet sind. Na seid ihr gespannt?

Dann schnell auf das Bild klicken und in den kostenlosen Podcast von Radio Eins reinhören!

Einfach auf das Bild klicken und reinhören!

Quellen:

Predigt neben einem Skelett

In Sankt Englmar, einem kleinen Ort in Bayern mit weniger als 2000 Einwohner, kann man im hellichten Tage ein Skelett anschauen – mitten in einer Kirche, eingekleidet und verziert mit Edelsteinen.

Der Heilige Engelmar – ein Skelett – eine Reliquie

Der Selige Engelmar

Das Skelett wird der Selige Engelmar genannt. Er soll um 1100 gestorben sein.

Der Überlieferung nach wurde er als Bauernsohn geboren. Er zog 1086 als Einsiedler in den Wald. Engelmar errichtete an der höchsten Stelle eine Hütte, betete und arbeitete. Im Winter des Jahres 1100 soll er von seinem Diener mit einem Beil erschlagen und unter Reisig und Schnee verscharrt worden sein. Ein Priester fand den Toten und bestattete ihn. Einige Jahre später erhielt er eine steinerne Ruhestätte. 1188 wurde Engelmar selig gesprochen. Erst später wurde die Gegend, in der Engelmar wohnte, besiedelt und der Ort Sankt Englmar entstand.

Unklar ist, wann man den Sarg öffnete und das Skelett Engelmars in der Kirche erstmals ausstellte. 2017 wurde das Skelett, welches nun als Reliquie gilt, restauriert und neu zur Schau gestellt. Normalerweise ist es in einer Glasvitrine an der Wand befestigt. Nach der Restauration wurde das Skelett für einige Tage aber gut sichtbar in der Kirche hingesetzt.

Predigt neben einem Skelett

Das Skelett des angeblichen Engelmars, eingekleidet und geschmückt

Der Selige Engelmar in der Glasvitrine

Quellen:

Schwarze Magie zu Ostern

Eines der bekanntesten Jugendromane von Otfried Preußler ist „Krabat“, benannt nach der gleichnamigen Sage. Es ist die Geschichte eines Müllersgesellen, der in den Bann schwarzer Magie gerät. Durch den gleichnamigen Film 2008 ist die Sage um Krabat noch bekannter geworden.

Die schwarze Mühle im Koselbruch – eigenes Foto 3/2018

Die Mühle mahlt nicht nur Mehl… Mehr dazu im Film – eigenes Foto 3/2018

Krabat, der Lehrjunge des Schwarzmagiers

Doch wer ist Krabat und was passiert im Buch?

Während des Krieges, vor etlichen Hundert Jahren,  tritt der vierzehnjährige Waisenjunge Krabat eine Lehrstelle in einer Mühle bei Schwarzkollm an. Die Mühle stellt sich jedoch schon nach kurzer Zeit als eine „Schwarze Schule“ heraus, in der der Müllermeister jeweils zwölf Mühlknappen in der schwarzen Kunst unterrichtet.

Krabat gefällt zunächst die Lehrzeit in der Mühle und der Schwarzen Schule. Ihn fasziniert die Macht, die man mittels Magie über andere Menschen ausüben kann. Ein Lehrjunge stirbt auf mysteriöse Art am Ende des Jahres und ein neuer Lehrjunge namens Witko nimmt zu Jahresbeginn seinen Platz ein. Auch nach Ablauf des zweiten Jahres stirbt ein weiterer Geselle bei einem rätselhaften Unfall und wird ersetzt. Nach und nach wird klar: Der Meister, der sich dem Bösen verschrieben hat, muss am Ende eines jeden Jahres einen seiner Schüler opfern. Andernfalls müsste er selbst sterben.

Krabat versucht dem Meister die Stirn zu bieten und es kommt zu einem schaurigen Ende in der Silvesternacht – kurz bevor ein neuer Lehrjunge sterben würde.

Die Osterfeiertage laden zur schwarzen Magie ein

Im Film wird gezeigt, dass sich die Osterfeiertage besonders für schwarze Magie eignen. An diesen Abenden entscheiden sich die Lehrlinge für oder gegen die schwarze Kunst mithilfe eines Rituals. Dabei gehen sie an einen Ort, an dem bereits ein Mensch verstorben ist und verlassen auf magische Art und Weise, wie ein Geist, ihren Körper.

Wir empfehlen den Film besonders jetzt zu den Osterfeiertagen!

Informationstafel an der Mühle über die dunklen Symbole – eigenes Foto 3/2018

Die schwarzmagischen Orte erkunden

Heute gibt es in Schwarzkollm eine Krabat-Ausstellung. Die Mühle wurde, mitsamt einem Hof dazu, nachgebaut. Auch die Requisiten des 2008 entstandenen Filmes „Krabat“ sind dort vorzufinden. Von der Mühle ab führt ein Pfad durch den anliegenden Wald. Dort trifft man auf die (nachgestellten) Gräber der Lehrlinge und andere düstere Requisiten.

Die nachgestellten Gräber der Lehrjungen – eigenes Foto 3/2018

Die Mühle wurde mit Requisiten aus dem Film ausgestattet – eigenes Foto 3/2018

Der Krabat- Erlebnispfad durch den anliegenden Wald – eigenes Foto 3/2018

Info-Plakat zur Mühle – eigenes Foto 3/2018

Quellen: