Der Schädelsammler Franz Joseph Gall

Wer war dieser Mann, der solch eine ungewöhnliche Leidenschaft hatte? Der Schädel sammelte, weil er diese untersuchen wollte?

Sein Name war Franz Joseph Gall. Gall wurde am 9. März 1758 in Tiefenbronn bei Pforzheim geboren und verstarb am 22. August 1828 in Montrouge bei Paris. Er war ein deutscher Arzt und Anatom und der Begründer der Schädellehre. Gall ging davon aus, dass man aufgrund der Schädelform Charaktereigenschaften ablesen kann. Er behauptete sogar, er könne am Schädel sehen, was für ein Mensch jemand ist und ob dieser lustig sei, klug oder vielleicht sogar eitel.

Franz_Josef_Gall

Franz Joseph Gall

Um seine Untersuchungen durchführen zu können, fing Gall an Schädel zu sammeln, „meist von Irrsinnigen oder Verbrechern“. Er untersuchte aber auch Gipsbüsten, die von bekannten Personen oder von Menschen „mit besonderen Schädelbildungen“ angefertigt worden waren.

Er zog nach Österreich. Doch da stoßen seine Untersuchungen nicht überall auf Begeisterung. 1801 wies der österreichische Kaiser Franz II. einen seiner Minister an, die von Gall in dessen Wohnung abgehaltenen Privatvorlesungen, welche gegen die Grundsätze der Moral und Religion „zu schreiten“ schienen, umgehend zu unterbinden. Gall wurde 1805 aus Österreich ausgewiesen und brach dadurch zu einer Europatournee auf.

Gall wird immer berühmter. Von 1805 bis 1807 reist er mit seiner selbst begründeten Lehre durch halb Europa. Die Menschen strömen zu seinen Vorstellungen. Gall seziert während seiner Vorstellungen die Gehirne von Toten und interpretiert aufgrund deren Schädelformen die Charaktereigenschaften. Die Begeisterung über Galls Diagnosen schlägt im Volk nieder. Bald schon beginnen die Menschen, sich gegenseitig die Köpfe abzutasten und ihre Charaktereigenschaften damit zu erklären. Es zirkulieren Gedenkmünzen mit Galls Porträt, und auf Schnupftabakdosen werden seine Schädelkarten abgebildet.

Gall zieht schließlich nach Paris, wo er auch 1828 stirbt. Er hinterlässt eine Sammlung von 300 Schädeln. Ein Schüler Galls präparierte schlussendlich sogar Galls Schädel und fügte ihn der Schädelsammlung hinzu. Heute ist der Schädel von Gall im Museé de l´Homme in Paris vorzufinden.

Schädel nach Gall

Schädellehre nach Gall

Schädellehre nach Gall ( Zeichnung von 1894)

Quellen:

Pulverisierter Menschenschädel – Die beste Medizin

In dem 1721 in Leipzig veröffentlichten Buch „Vollständiges Materialienlexicon“ des damaligen Arztes Nicolai Lemery steht eine ganz besondere Medizin: Cranium humanum – Menschenschädel!

Hier ein Auszug der Beschreibung:

“ […] Man soll sich einen erwehlen, von einem jungen Menschen gutes Temperaments, welcher eines gewaltsamen Todes gestorben, und nicht begraben worden ist. Man darff ihn nur blos raspeln und zu Pulver gestossen, nicht aber calciniren und verbrennen, so wie es die Alten haben wolten: dann, durch das brennen geht das flüchtige Saltz hinweg, worinne doch die beste Kraft bestehet. Er dienet wider das böse Wesen, wider den Schlag, und andere Zufälle des Gehirns: er widerstehet dem Gift, hilfft die unvermerckliche Ausdünstung oder transpiration befördern, und hemmet den Durchfall. […] “

Das aus Menschenschädeln hergestellte Pulver wurde in Gefäßen aufbewahrt:

Bild aus dem Pharmazie-Museum in Krakau

Bild aus dem Pharmazie-Museum in Krakau

Cranium Humanum 2

Quellen:

Mordfantasien

Wieder möchten wir euch ein wirklich fesselndes Interview mit der Psychologin Lydia Benecke vorstellen. Sie spricht im „Hoaxilla“-Podcast, welcher einer der Top10-Podcasts in Deutschland ist, über Mordfantasien. Wie entstehen sie? Warum leben Menschen sie aus? Und warum haben andere Menschen diese Fantasien, wissen aber, dass sie sie nicht ausleben dürfen.

Klickt auf das Bild, um zur Hoaxilla-Seite und zum kostenlosen Interview zu gelangen! Viel Vergnügen und Gänsehaut beim zuhören!

 Hoaxilla #155 – ‚Mordfantasien – HOAXILLA Crime‘

Quellen:

Katzen- und Hundefelle in der Apotheke bestellen

Wer unsere Gruseltour besucht hat weiß, wir erzählen von dem „medizinischen“ Zweck von Katzenfellen im 17. Jahrhundert, hinter dem eigentlich nur ein alter Aberglaube verborgen ist. Nun hat uns ein Gast etwas sehr interessantes aus der heutigen Zeit dazu erzählt…

Wofür soll ein Katzenfell gut sein?

Doch zunächst muss die Frage gestellt werden, wofür überhaupt ein Katzenfell benutzt wurde. Ein Katzenfell sollte nach dem Aberglauben Wärme und Heilung verschaffen. Bei unseren Recherchen haben wir herausgefunden, dass bis in die 70-er Jahre hinein, Katzenfelle bei Rheuma angewandt wurden. Anscheinend wurde noch bis vor einigen Jahren mit dem Verkaufsargument für Katzenfelle geworben, dass die „modernsten Rheumakliniken“ wieder auf dieses alte Hausrezept zurückgreifen.

Dafür ließen jährlich zahlreiche Katzen ihr Leben und das Geschäft boomte.
Die Kosten für Katzenfelle waren um ein vielfaches kleiner, als die zu erzielenden Gewinne mit den vertriebenen Katzenfelldecken.

Alte Reklame aus dem Jahr 1898 Katzenfell-Unterkleider Hermann Moos Buchau aus einer Zeitung, Grösse 9,5 x 6,1 cm.

Katzenfelle bestellbar in Apotheken

Unser Gast berichtete, dass Katzenfelle noch heute in Apotheken bestellbar seien!

Das mussten wir natürlich überprüfen. Und siehe da, wir wurden wirklich fündig. Zunächst muss gesagt werden, dass der Handel mit Katzen- und auch Hundefellen mittlerweile illegal ist. Aber das ist noch gar nicht lange her. Erst im Juni 2007 hat das EU-Parlament hat ein Handelsverbot innerhalb der gesamten EU für Hunde- und Katzenfelle verhängt. Zuwiderhandlungen werden mit empfindlichen Geldstrafen geahndet.

Bis 2007 konnten Interessenten sogar in diversen Online-Apotheken (medikamente-per-klick.de,aliva-apotheke.de, juvalis.de, meinpharmaversand.de, apothekenversandhaus.de) Katzenfelle bestellen. Damals hat ein Katzenfell um die 30 € gekostet. Einige dieser Webseiten gibt es nicht mehr, die die es noch gibt, bieten aber rechtmäßig keine Katzenfelle mehr an.

Homöopathie setzt weiterhin auf Katzenfell

Auch wenn der Handel mit reinen Katzen- und Hundefellen verboten ist, so gibt es weiterhin Alternativen dazu. In einer Online-Apotheke für homöopathische Mittel, werden Globuli vertrieben, welchen angeblich Katzenfell beigemischt wurde. Doch bei Globuli stellt sich natürlich immer die Frage, ob bei der hohen Verdünnung überhaupt noch der Wirkstoff vorhanden ist.

Screenshot vom 12.11.2017 – Onlineapotheke die Globuli mit Katzenfell verkauft

Quellen:

FearCon – Eine Veranstaltung voller Angst

Vom 20. bis 22. Oktober 2017 gab es eine ganz besondere Veranstaltung im Bonner Maritim Hotel: Die FearCon, quasi ein Grusel-Treffen. Es sollen fast 5.000 Gäste zur Veranstaltung erschienen sein, welche die erste dieser Art in Deutschland war.

Im Hotel gab es Workshops, musikalische Darbietungen aus der Welt des Horrors und der Magie, Verkaufsstände, Partys und Kinofilme. Auch Schauspieler aus Horrorserien waren anzutreffen. Teenager kamen vor allem wegen ihnen zur FearCon und konnten vor Ort mit ihren Stars Fotos machen – jedoch für horrende Preise. Stars wie der 36-jährige Brite Joseph Morgan waren anzutreffen. Für ein gemeinsames Foto mussten die Fans 95 Euro zahlen. Ein Autogramm kostete 90 Euro. Joseph Morgan spielt in den Serien „Vampire Diaries“ und „The Originals“ mit.

Ein Gast der FearCon – eine wunderschöne Zombiebraut

Doch die Messe ausgemacht haben all die kostümierten Besucher. Von Vampiren, Zombies, schaurigen Krankenschwestern über Werwölfe und Horrorclowns war alles dabei.

Ein Gast der FearCon – eine wunderschöne Zombiebraut

Überall Zombies! Ein weiterer Gast der FearCon

Quellen: